Großgeräte der Landwirtschaft

Pflug

Ein Pflug dient zur Lockerung und zum Wenden (pflügen) des Ackerbodens. Dieses Gerät nutzt zwei Kraftquellen zur Bodenbearbeitung. Eine Kraft wird als parallele Zugkraft über den Pflugbaum und die andere als senkrechte Druckkraft zum Boden ausgeübt.

Durch die Bearbeitung des Bodens mit einem Pflug werden die organischen Stoffe (alte Pflanzenreste) in die Erde eingearbeitet und mittels Sauerstoffzufuhr, welche bei diesem Vorgang zugeführt wird, schneller zersetzt. Außerdem zerstört man bei dieser Arbeit die Gänge und Nistkammern der tierischen Schädlinge wie Feldmäusen, Hamstern und dergleichen.

Der Pflug wir in der Regel durch ein landwirtschaftliches Arbeitstier wie Pferd oder Rindvieh bewegt. Der Mensch sorgt nur dafür, dass der benötigte Druck zur Festlegung der Arbeitstiefe und zur Steuerung des Pfluges um eine möglichst gerade Linie der Pflugrichtung zu erreichen. In der heutigen Zeit werden die Antriebsarbeiten durch den Einsatz von Traktoren erledigt.

Die Bearbeitung durch den Pflug dient zur Vorbereitung der Arbeitsschritte von Aussaat und Setzlingen.

Es gibt verschiedene Arten von Pflügen, welche vom Einsatzgebiet der notwendigen Arbeiten abhängt.

Waren früher die Hauptbestandteile noch Holz für den Pflugbaum und Metallschneiden (Pflugschar) zum Wenden des Bodens, so besteht ein Pflug heute überwiegend aus Metall.

Alte Pflüge hatten meist nur ein bis zwei Schneiden, was am Kraftaufwand lag. Heute können Pflüge durchaus 10-12 Pflugschare haben. Auch sind nicht selten Zusatzgewichte auf den Pflügen angebracht, da durch das hohe Gewicht der Traktoren der Boden stark verdichtet wird und tiefer aufgelockert werden muss.

Alter Pflug mit einer Schar

Grubber

Der Grubber ähnelt im Aufbau scheinbar dem Pflug. Er wird allerdings nur für die Lockerung der Bodenschichten eingesetzt. Bei dieser Arbeit wird das unerwünschte Unkraut aber nicht so gut bekämpft, da nicht alle Wurzeln entfernt werden, weil die Erde nicht gewendet, sondern nur gelockert wird. Bei diesem Gerät sind die Schneiden kleiner als beim Pflug. Da der Kraftaufwand bei dieser Art der Bodenbearbeitung hier nicht groß ist, können auch mehrere Reihen von Schneiden am Gerät angebracht sein, wodurch eine breitere Fläche bearbeitet werden kann.

Alter Grubber

Egge

Die Egge wird ähnlich wie ein Grubber zum Lockern der oberen Bodenschichten benutzt. Sie hat im Gegensatz zu Pflug oder Grubber keine Schneiden sondern kurze Zinken. Sie wird häufig nach dem Pflügen oder Grubbern eingesetzt, um eine krümeligere Bodenstruktur zu erreichen. Gleichzeitig wird der Boden auch geebnet, da die Egge ein flaches Gestell ist, an welchem die Zinken befestigt sind.

Alte Egge aus Eisen
Alte Egge aus Holz

Mulcher

Der Mulcher ist ein Mäher, der zusätzlich das gerade gemähte Schnittgut zerkleinert. Er wird hauptsächlich bei der Bearbeitung von Brachflächen und der Offenhaltung von Flächen eingesetzt. Ein häufiges Einsatzgebiet ist auch die Pflege der Grün-Streifen an Straßenrändern. Dafür werden sogenannte Anbau Mulcher an Traktoren oder Unimogs benützt.

Mähmaschine

Sie ist in der Landwirtschaft ein unverzichtbares Gerät und wird zum Mähen von Gras, sowie bei der Ernte von Stroh und Heu eingesetzt.

Auch hier gibt es mehrere Ausführungen wie bei fast allen landwirtschaftlichen Geräten. Früher sehr häufig im Einsatz waren Maschinen mit seitlichen Mähbalken.

Heute werden für den Einsatz als Stroh- oder Heumäher überwiegend Mähdrescher genutzt. Mit Ihnen ist es möglich zu mähen und gleichzeitig das Schnittgut als Ballen oder Rollen zu packen. Beim Heu wird zur Aufbewahrung das gepackte Material, oft auch in Folie verpackt, haltbarer gemacht.

Alte Mähmaschine mit seitlichem Mähbalken

Bericht: Ferdinand Fiedler
Fotos: Aus Privatbesitz