Im Zweiten Weltkrieg mussten über 12 Millionen Kriegsgefangene und zivile ausländische Arbeitskräfte im Deutschen Reich Zwangsarbeit leisten, auch in der Pfalz, wo es 1944 über 70.000 Zwangsarbeitende gab. Sie waren in Industrie, Landwirtschaft und anderen Bereichen tätig. Ihre Arbeitgeber reichten von der Winzerwitwe bis hin zu großen Industrieunternehmen oder der Reichsbahn.
Viele Zwangsarbeitende wurden in Lagern untergebracht. Das Projekt „Zwangsarbeit in der Pfalz 1939 bis 1945“ des Instituts für pfälzische Geschichte und Volkskunde [https://www.pfalzgeschichte.de/] sowie des Zentralarchivs des Bezirksverbands Pfalz [https://www.bv-pfalz.de/politik-verwaltung/bezirksverband-pfalz/zentralarchiv/] sammelt Informationen zu diesen Internierungsorten und präsentiert sie auf der (noch nicht abgeschlossenen) Webseite www.zwangsarbeit-pfalz.de der Öffentlichkeit. Für Maxdorf sind bisher zwei Lager bekannt: Das DAF-Lager in der Volksschule und ein Lager in der Schule der I.G. Siedlung (damals noch zu Fußgönheim gehörig). Der Verein für Geschichte und Kultur Maxdorf 2010 e.V. unterstützte das Projekt „Zwangsarbeit in der Pfalz 1939 bis 1945“ dabei mit Dokumenten, Fotos und Literatur.
Im Lager der Deutschen Arbeitsfront (DAF) [https://www.zwangsarbeit-pfalz.de/DAF-Lager_Maxdorf] waren von November 1944 bis März 1945 „Ostarbeiterinnen“ und „Ostarbeiter“ (zivile Arbeitskräfte aus der damaligen Sowjetunion), Italiener, Polen und Jugoslawen untergebracht, die für Schanzarbeiten (wahrscheinlich für den „Brückenkopf Ludwigshafen“) eingesetzt wurden. Mehrere der Ausländer starben 1945, vor allem an Tuberkulose. Sie wurden auf dem Friedhof in Maxdorf beerdigt. Drei Italiener wurden später auf den italienischen Ehrenfriedhof in Frankfurt umgebettet; ein Pole und ein Jugoslawe sind noch heute in Maxdorf begraben. Auch in der Schule der I.G. Siedlung [https://www.zwangsarbeit-pfalz.de/Lager_Schule_der_I.G._Siedlung_Fu%C3%9Fg%C3%B6nheim] wurden 1944/45 zivile Arbeiter aus der Sowjetunion untergebracht, die für Schanzarbeiten eingesetzt wurden.
Bei seinen Recherchen ist das Projekt „Zwangsarbeit in der Pfalz 1939 bis 1945“ außerdem auf einige „Ostarbeiterinnen“ aus der Sowjetunion gestoßen, die in Maxdorf in der Landwirtschaft eingesetzt und bei ihren Arbeitgebern untergebracht waren. Möglicherweise gab es auch zivile ausländische Arbeitskräfte aus weiteren Ländern wie Polen. Vielleicht wurden zudem Kriegsgefangene eingesetzt, die aus einem der Kriegsgefangenen-Arbeitskommandos der benachbarten Ortschaften kamen. Die genauen Zahlen der während des Zweiten Weltkriegs in Maxdorf eingesetzten Ausländer sind derzeit unbekannt.
Wer noch etwas zu Zwangsarbeitenden in Maxdorf weiß, kann sich gerne beim Verein für Geschichte und Kultur Maxdorf oder direkt beim Projekt „Zwangsarbeit in der Pfalz 1939 bis 1945“ melden: forschung-zwangsarbeit@bv-pfalz.de ¬
Benedict von Bremen, Institut für pfälzische Geschichte und Volkskunde