„Wu sinn se donn? Do kummen se! Ich seh se!“
So oder ähnlich dürfte es geklungen haben, als die Bewohner von Rheingönheim und Neuhofen nach Oggersheim auf die Ankunft des Königs Ludwig und seiner Frau Therese von Bayern begleitet von 60 Reitern über Mutterstadt, bis an die Gemarkung nach Ruchheim auf deren Reise durch die Gaue des Rheinkreises vom 7. bis 14. Juni 1929 gewartet haben.
An einer schön verzierten Ehrenpforte empfingen der Bürgermeister von Ruchheim, der Adjunkt und die Gemeinderäthe, Pfarrer Konrad Schmitt und die Bevölkerung das Königspaar mit einem herzlichen Lebehoch. Die gesamte Schuljugend mit ihren Lehrern wiederholte den allgemeinen Jubelruf.
Weitere 60 Reiter aus Ruchheim, Fußgönheim, Schauernheim und Dannstadt schlossen sich denen von Mutterstadt an.
Unter einer Eskorte von 120 Landleuten gelangten alsdann Ihre Königlichen Majestäten nach Maxdorf. Die Schuljugend, war wie überall mit Nationalfahnen geschmückt, stand links und rechts an der Straße. Unaufhörliches Vivarufen erscholl durch die Lüfte der jungen Gemeinde.
Danach führte die Reise vom Land-Kommissariats-Bezirk Speyer in jenen von Neustadt über Weisenheim am Berg und Bad Dürkheim. Begleitet wurde der Tross von weiteren Reitern aus Fußgönheim, Schauernheim und Dannstadt.
Diese geschichtliche Darstellung der Reise wurde von Georg Jäger geschrieben und unter dem Titel „Des Rheinkreises Jubelwoche“ vom Verlag Kolb 1829 gedruckt. Das Original wird in der Bayerischen Staatsbibliothek in München aufbewahrt. Auf den Seiten 31 und 32 kann man dies nachlesen.

Bericht: Ferdinand Fiedler
Quelle: Auszüge aus dem Buch von Georg Jäger (verkürzte Darstellung)