Floßbachausbau in Maxdorf 1977

War diese Entscheidung klug?

In den Jahren 1740 – 1743 mussten die betroffenen Gemeinden von der Verbindung des Rehbaches an der Rehhütte bei Schifferstadt bis zur Isenach bei Lambsheim einen künstlichen Kanal, den sogenannten „Floßbach“ herstellen. Dieser wurde eigens geschaffen, um das für die Saline Philippshall in Bad Dürkheim benötigte Holz, welches zur Gewinnung von Salz notwendig war, auf dem neuen Graben zu triften.

Am „Alten Holzhof“ welcher an der Chaussee von Oggersheim nach Bad Dürkheim lag und im Oktober 1743 fertiggestellt war, wurde das Holz aus dem Graben geholt und mit Fuhrwerken zur Saline gebracht.

Der Holzhof selber wurde im französischen Revolutionskrieg 1792 – 1798 zerstört. Die Trift auf dem Floßbach aber bis zum Jahr 1882 weiterbetrieben und danach durch die Bayerische Regierung eingestellt.

Das natürliche Bachbett des Floßbaches vor den Betonarbeiten

Fast 200 Jahre waren seit dem Bau des Floßbachgrabens vergangen, als man versuchte, die häufigen Überschwemmungen des Umlandes vom Floßbach (in der Regel Äcker) zu entschärfen. So hat man sich in den 1970er Jahren entschlossen, das Bachbett zu befestigen. Der Bach wurde dabei bis zu einem Meter tief ausge-baggert und durch Schaffung eines Betonkorsetts befestigt. Mit dem Aushub wurden die Senken im Umkreis des Bachbettes aufgefüllt.

Um Tieren, welche in den Floßbach gefallen waren zu helfen wieder an Land zu gelangen, hat man sogenannte „Hasentreppen“ in den Betonkörper eingefügt. Ob diese wirkungsvoll waren, lässt sich schwer beweisen. Im Nachhinein hat man festgestellt, dass die Fließgeschwindigkeit des Baches sich nicht wirklich zum Vorteil der angrenzenden Felder verändert hat.

Für die Jugend waren die Überschwemmungen, wenn sie in den Wintermonaten waren und das Wasser auf den Feldern stand, sehr beliebt. Nach der Schule hat man sich die Schlittschuhe geschnappt und ist auf den gefrorenen Eisflächen „Schlittschuh gelaufen“ und hatte dabei viel Spaß. Diese Freizeitbeschäftigung ist seit dieser Zeit nur noch Erinnerung.

Betonarbeiten für den Floßbach am östlichen Ortsrand von Maxdorf
Das Bachbett nach der Fertigstellung in den 1970er Jahren

Heutzutage ist man in anderen Gebieten dabei, solche Einengungen der Bäche und Flüsse wieder zu ändern und den Gewässern die Möglich zu bieten sich bei Stark-regen auszudehnen und so die Fließgeschwindigkeit zu verlangsamen. Dies ist zum Beispiel bei der Isenach, zwischen Bad Dürkheim und Lambsheim, der Fall. Hier hat man dem Gewässer die Möglichkeit gegeben, sich bei Extremwetter auszudehnen, indem man das Bachbett in vielen Windungen verschwenkt und Überlaufzonen geschaffen hat.

Bericht: Ferdinand Fiedler
Bilder: Verein für Geschichte und Kultur Maxdorf 2010 e.V.