Grober Unfug
„Die kgl. Gendarmerie wird hiermit beauftragt, nachgenannte Personen, welche durch das kgl. Polizeigericht dahier rechtskräftig zu den beigesetzten Strafen verurtheilt wurden, behufs Strafvollzuges zu verhaften und nachgenannten kgl. Beamten vorzuführen:
……
II. Den Herrn kgl. Polizeianwalt an nächstgelegenen kgl. Landgerichte
…
5. Pfarr, Johannes 30 Jahre alt. Lediger Fuhrmann aus Maxdorf, unterm 26. Mai abhin wegen groben Unfuges zu 6 Tagen Haft.
….
Frankenthal, den 23. Juli 1875.
Der Königl. Polizei-Anwalt.
v. Hofenfels“
(Beilage zum Kreis-Amtsblatt der Pfalz, Nr. 47, Speyer den 30, Juli 1875, S. 185/186)
Widerstand zwecklos
„Hr. Dr. Wirth wurde am 18. d. M. Morgens um 1 Uhr, in aller Stille von Kaiserslautern weggebracht, Niemand i.d.Stadt wusste etwas davon, und erst am Dienstag wurde es ruchbar. Der Inspektor des Central-Gefängnisses begleitete ihn in einer Chaise bis Maxdorf, woselbst schon der Hauptmann der Gendarmerie mit Postpferden von Mannheim eingetroffen war und ihn in Gewahrsam nahm. Welche Route von da weiter eingeschlagen wurde, weiß ich nicht.“
(„Der Schweizer Bote“, Bd. 33, Nro. 35 vom 30. April 1836, S. 139)
Versteigerung in Maxdorf
„pr. den 4. August 1824
Maxdorf. (Güterversteigerung in Vollziehung einer authentischen Schuldverschreibung.)
Auf den siebzehnten dieses Monats, des Nachmittags 3 Uhr, wird in dem Hause des Adjuncten Pfarr Maxdorf, im Kanton Frankenthal, auf Betreiben von Karl Beischel, Feldwebel bey dem 15ten königl. Infanterie-Regiment, in Garnison zu Landau, gegen Kaspar Broschard und seine Ehefrau Philippina Sauer von Maxdorf, in Vollziehung einer vom Notär Franz Frankenthal grossirten Schuldverschreibung vom 22ten Oktober 1821, welcher die Clausel beigefügt ist, daß bey Ermanngelung der Zahlung zur Versteigerung der Unterpfänder ohne alle Formalitäten geschritten werden soll – diese Versteigerung vorgenommen werden und zwar
- Von einem Hause samt Hof und Zubehörde, in Maxdorf in der graden Gasse, Lit. F. Nr.12, einseits Peter Waldenburger, anderseits Johann Groh.
- 48 Ruthen Acker hinter dem Haus in Maxdorf, Section A. Nro. 309, beiderseits die vorigen Nachbarn.
Die Bedingungen können bey dem unterschriebenen Notär Bolgard zu Oggersheim, der mit der Versteigerung beauftragt ist, eingesehen werden.
Oggersheim, den zweiten August achtzehnhundert vier und zwanzig
Bolgard, Notär“
(Intelligenzblatt de Rheinkreises Nro. 225 vom 5ten August 1824, S. 969)
Anm.: pr. = präsentatum (vorgelegt/eingereicht); Adjunct = Beigeordneter; grossirte Schuldverschreibung = Endausfertigung der Urkunde; grade Gasse Lit. F Nr. 12 = damals „moderne“ Hausnummerierung statt „Hausname“. (Lit. = Buchstabe); Ruthe = Längen/Flächenmaß meist 3 bis 5 Meter; Section A. Nro. 309 = Bezeichnung für eine Ackerfläche.
Schwerer Raub
„Oggersheim, 2. Febr. Der auf der Straße Oggersheim-Maxdorf angestellte Straßenwärter Geisler von hier wurde gestern Abend während seines ausübenden Berufs von einem anscheinend 19 – 20 Jahre alten, mit einem großen Messer bewaffneten Burschen in räuberischer Weise angefallen und würde wohl den Angriffen desselben erlegen sein, wenn nicht glücklicherweise einige von der Arbeit heimkehrende Maurer von Maxdorf dem Bedrängten kräftig zu Hilfe gekommen wären. Die Maurer brachten den Attentäter gefesselt auf einem Bierwagen liegend, hierher, wo er im Verwahrungslokal untergebracht und heute Mittag nach Frankenthal in’s Untersuchungsgefängnis abgeführt wird. Anscheinend hat man es hier, wie man dem „Tagbl.“ meldet, mit einem Geistesgestörten zu thun, denn es war nothwendig, daß er in eine Zwangsjacke gesteckt wurde. Während des Transportes sang er und trotz seiner Fesseln war es nicht rathsam, in seine Nähe zu kommen, da er so gut wie möglich mit den Armen ausschlug, namentlich aber die Beine zum Treten gegen die zu nahe Kommenden benützte. Man ist hier begierig, zu erfahren, ob man es wirklich mit einem Geisteskranken – was sehr wahrscheinlich ist – oder mit einem Simultuanten zu thun hat.“
(„Pfälzer. Bote für das Glanthal und Anzeigeblatt für den Bezirk Kusel“, Nro. 17 vom 8. Februar 1884)
Maxdorfer Gänse
„Zur Ausfuhr gelangen fette Gänse, besonders aus den Bezirken Frankenthal (Gemeinde Lambsheim-Maxdorf) und Landau (Gemeinden Offenbach, Herxheim. Insheim) Während in letzterem Bezirke starke Aufzucht stattfindet, bezieht Lambsheim Waggonladungen russischer Gänse (16 – 18,000 Stück jährlich) und mit ihnen auch zuweilen die Gefügelcholera, welche riesige Verluste im Gefolge hat.“
(Jahres-Bericht des Bayerischen Landwirthschafts-Rathes für das Jahr 1897, S. 109)
Quarantäne
„Maxdorf, 16. Sept. Vor einigen Tagen kam ein junger Mann von hier an, der auf einem Schiffe als Kellner thätig war, welches zwischen Cuxhafen und Helgoland fuhr. Da die Fahrt eingestellt wurde, so trat er den direkten Heimweg an. Unser Polizeidiener machte bei seiner Ankunft dem kgl. Bezirksarzte sofort Anzeige. Dieser untersuchte und desinfizierte denselben, außerdem blieb er 8 Tag unter ärztlicher Aufsicht und durfte das elterliche Haus nicht verlassen.“
(„Pfälzer Zeitung“, Nr. 254 vom 17. September 1892)
Bericht und Quellen: Wolfgang Kunz