Wie es war – und wie es gekommen ist

Maxdorf ist noch eine recht junge Gemeinde und erst etwas mehr als 200 Jahre alt.

Bis in die 1960er/70er Jahre war der Ort geprägt von der Landwirtschaft und etwas mehr als 100 Landwirte und Nebenerwerbslandwirte mit ihren Fahrzeugen gehörten zum Dorfbild. Die Erzeugnisse der Landwirtschaft wurden im gesamten Ortsbild, an kleinen Verkaufsständen vor den Hofeinfahrten in der Hauptstraße, dem vorbeifahrenden Besucher angeboten.

Gemüseverkauf in der Maxdorfer Hauptstraße

Der genossenschaftliche Obst- und Gemüsemarkt Maxdorf war in diesen Jahren einer der größten Märkte in Süddeutschland und weit über die Ortsgrenze bekannt.

Warten auf die Versteigerung, links das Verwaltungsgebäude und rechts die Versteigerungshalle

Heute, nur etwas mehr als 50 Jahre später, spielt die Landwirtschaft nicht mehr die Rolle im Geschäftsleben von Maxdorf. Es gibt keinen Landwirt mehr, welcher von der Landwirtschaft lebt und der Großmarkt existiert praktisch nicht mehr. Im Jahre 2013 fusionierte der Markt mit dem größeren Pfalzmarkt in Mutterstadt.

Ackerflächen aus schweren, schwarzen Böden, im Osten und Süden von Maxdorf einst als „Gemüsegarten der Vorderpfalz“ bezeichnet, werden nach und nach von großen Gewerbebetrieben und Logistikunternehmen abgelöst. Bei dieser „Fruchtfolge“ der Bodenpreise werden beste Ackerflächen geopfert.

Weiter im Westen, zwischen Heideweg, Sohlstraße, Kurpfalzstraße und der Landesstraße nach Weisenheim am Sand, sind die Böden für die Landwirtschaft nicht interessant gewesen. Der Boden überwiegend sandig und mit vielen Lehmschichten durchzogen. Auf den kleinen Grundstücken wurde versucht mit Frucht oder Obstbäumen einen kleinen Ertrag zu erzielen. In trockenen Jahren ist auf den kleinen, schmalen Ackerstreifen die jeweilige Ernte vertrocknet und in regenreichen Jahren ist alles „ersoffen“.

Früher hieß dieses Gebiet als „Heidegebiet“, oder „auf der Heide“. In Maxdorfer Mundart auch „uff de Hääd“ war trockenes, karges Heideland. Zeitweise wurde das Gebiet von weidenden Schafen durchstreift.

Schafe grasen „auf der Heide“ oder wie man in Maxdorf sagt „uff de Hääd“

In den 1980er Jahren wurde in diesem Bereich dann das Baugebiet „Heideweg West“ erschlossen. Es entstand fast ein euer Ortsteil mit vielen neuen Häusern und etlichen neuen Bewohnern, welche dem Ort eine erkleckliche Summe an Einkommenssteuer bescherten.

Das Foto zeigt Maxdorf und vorne im Bild die BASF-Siedlung in den Jahren 1934/35

Der in den 1930er/40er Jahren neu geschaffene Ortsteil von Fußgönheim (heute BASF-Siedlung Maxdorf), welcher weit weg von Fußgönheim im Süden von Maxdorf, nur durch einen kleinen Wald getrennt, entstand, wurde im Jahr 1969 von Fußgönheim nach Maxdorf eigegliedert. Dadurch wuchs die Einwohnerzahl sprunghaft von 3213 auf 4815 an.

Mittlerweile zählt Maxdorf mit etwas mehr als 7200 Einwohnern als Großgemeinde und hat heute eine sehr gute Infrastruktur. Sie ist mit mehreren Ärzten, Apotheken, verschiedenen Schulsystemen, Gewerbebetrieben und einer hervorragenden Lebensmittelversorgung ausgestattet und als Wohngemeinde sehr beliebt.

Im Jahre 1972 verfügte die Landesregierung in Mainz die Bildung der Verbandsgemeinde Maxdorf. Dadurch übernahm die zentrale Verbandsgemeinde-verwaltung die Verwaltungsaufgaben der Gemeinden Birkenheide, Maxdorf und Fußgönheim. Maxdorf selber wechselte ebenfalls im Jahr 1972 vom Landkreis Frankenthal in den Landkreis Ludwigshafen (heute Rhein-Pfalz-Kreis).

Bericht: Ferdinand Fiedler
Fotos: Verein für Geschichte und Kultur Maxdorf 2010 e.V.