Berufsbezeichnungen im Dienst einer Gemeinde

Adjunkt

Als Adjunkt bezeichnete man in früherer Zeit Personen, welche als Gehilfe einen Beamten unterstützten. Er konnte auch als 2. Beigeordneter dem Bürgermeister zur Seite gestellt werden.

Im Fall der Gemeinde Lambsheim war er der Ortsvorsteher der Tochtergemeinde Maxdorf (von 1823-1952).

Ab dem Jahr 1901 übten die Adjunkte auch die Funktion des Standesbeamten aus.

Nach der Selbständigkeit von Maxdorf im Jahr 1952 hatte die Gemeinde ihren eigenen Bürgermeister und dieser wiederum hatte zur Erfüllung seiner Aufgaben Beigeordnete.

Chauseewärter

Ein Chausseewärter wurde als Kontrolleur für die Kontrolle der Straßen und Wege der Kommunen eingesetzt. Er war außerdem für die Erhebung von Straßen-gebühren zuständig.

Konrad Bügel *19.4.1832 – +20.5.1912 war Staatsstraßenwärter und für die Straße zwischen Oggersheim und Maxdorf zuständig. Er war als energische und strenge Persönlichkeit bekannt.

Holzwart, Holzzähler, Holzverteiler

Er war im Falle des alten Holzhofes (heute Maxdorf) Angestellter der Salinen-Commision und gleichzeitig Aufseher der Hilfsarbeiter auf dem Holzhof.

Er musste auch den Zoll für die Nutzung der Staatsstraße erheben.

Für den Holzhof im Gemeindegebiet Lambsheim hatte dieses Amt Claudius Lojet
(* um 1710 +4.1.1773) inne.

Obmann

Als Obmann wurde der Vorstand eines Vereins bezeichnet. Er konnte auch Schlichtungsperson oder Ansprechpartner in Belegschaften oder Ortsteilen sein (zum Beispiel in der BASF-Siedlung in Maxdorf).

Feld- oder Waldhüter

Sie wurden als Hilfsbeamte der Polizei eingesetzt und hatten die Ordnung in Wald und Flur zu überwachen. In Maxdorf wurde die Feld- und Waldhut zum 1.1.2002 durch Beschluss des Gemeinderates eingestellt. Hermann Becker hat dieses Amt von 1960 – 1998 ausgeübt.

Polizeidiener und Gemeindediener

Sie mussten die Anordnungen des Gemeinderechts vollziehen. Auch wurden sie zur polizeilichen Unterstützung durch Schöffenrat und Adjunkte eingesetzt. Der erste Gemeindediener von Maxdorf, Johannes Leva, wurde bereits zur Namensgebung von Maxdorf im Jahr 1819 durch den Gemeinderat von Lambsheim benannt. Er wurde beauftragt „die Anordnungen des Amtes zu vollziehen“.

Nachtwächter

Diese gab es bis ins Jahr 1915. Sie mussten zum Nachweis ihres Rundganges durch die Gemeinde die Stunde ausrufen und eventuell auftretende Brände melden.

Als um das Jahr 1860 Petroleumlampen Einzug hielten, mussten sie auch deren Betrieb garantieren, indem sie diese betriebsbereit hielten. So musste er auch dafür sorgen, dass Docht und Zylinderwischer in Ordnung waren.

Der Letzte Nachtwächter in Maxdorf, von 1895-1918 war Johannes Tott. Er hatte auch die längste Dienstzeit aller Maxdorfer Nachtwächter.

Gasmeister

Er war zuständig für die Gasometer, welche das Acetylengas für die Straßen- und Hausbeleuchtung lieferten. In Maxdorf wurde dafür im Jahr 1908 „im Sohl“ eine eigene Gasfabrik errichtet.

Nach der Einführung des elektrischen Lichtes im Jahr 1924 stellte die Gasfabrik den Betrieb ein und ein Gasmeister wurde nicht mehr benötigt.

Schul-Hausmeister

Sie wurden früher auch als Schuldiener bezeichnet. Sie sorgten für Ordnung auf dem Schulgelände, waren für kleinere Reparaturen an den Schulgebäuden zuständig oder sorgten dafür, dass das benötigte Lehrmaterial (Tafeln, Schulbänke etc.) in einwandfreiem Zustand gehalten wurde.

Ihre Arbeit für die Gemeinde fiel mit der Übernahme der Schulen durch den Landkreis aus dem Zuständigkeitsbereich der Ortsgemeinde. Heute gibt es nur noch in der Haidwaldschule in der BASF-Siedlung einen Hausmeister der von der Ortsgemeinde Maxdorf bereitgestellt und bezahlt wird.

Bericht: Ferdinand Fiedler

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