Erinnerungen von Herbert Hahn an die Handelstätigkeit seines Vaters Georg Hahn

Während alle Bauern und Händler das Gemüse, welches im Vorderpfälzer Raum angebaut wurde, auch dort vermarkteten, haben mein Vater, Georg Hahn und sein Kollege Tobias Marnet, in der Zeit der großen Arbeitslosigkeit, 1929-1935, sich auf den Handel mit Knoblauch und Meerrettich spezialisiert.

Die Produkte kamen aus einem Zentrallager in München und wurden nach Maxdorf zu Peter Hahn, einem Zwischenhändler geliefert. Beide Gemüsearten erfreuten sich großer Beliebtheit bei den Kunden.

Da das Geschäft sehr gut lief, dehnten die beiden Maxdorfer Händler ihr Verkaufsgebiet über den Rhein aus. So kamen sie nach Mannheim, Heidelberg und sogar bis nach Frankfurt.

Sie fuhren 1933/34 mit dem Fahrrad sogar bis nach Freiburg im Breisgau und brachten dort ihre Waren zu den Kunden.

freiburg

Maxdorfer beim Handel treiben in Freiburg im Breisgau

Das Geschäft florierte und es wurden Kontakte in die Dörfer zu Lebensmittelgeschäften und Gasthäusern geknüpft. Meistens waren sie eine ganze Woche unterwegs, drüben auf der anderen Rheinseite. Manche Touren dauerten sogar 4-6 Wochen!

Sie orderten die Waren per Telefon, meistens von den Gasthäusern aus und ließen die Bestellungen von Peter Hahn nach Lambsheim an den Bahnhof bringen. Von dort wurde die Fracht an die jeweiligen Zielbahnhöfe geliefert. Ging das Geschäft etwas zurück, wurden kurz entschlossen weitere Ortschaften angesteuert und der Absatz wieder angekurbelt.

So vergrößerte sich der Lieferradius ständig. Die Wege wurden in dieser Zeit hauptsächlich mit der Bahn zurückgelegt.

 

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