{"id":997,"date":"2019-06-22T13:35:25","date_gmt":"2019-06-22T11:35:25","guid":{"rendered":"http:\/\/www.maxdorfer-geschichte.de\/?p=997"},"modified":"2019-06-22T13:35:26","modified_gmt":"2019-06-22T11:35:26","slug":"geschichte-der-rhein-haardt-bahn","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.maxdorfer-geschichte.de\/?p=997","title":{"rendered":"Geschichte der Rhein-Haardt-Bahn"},"content":{"rendered":"\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Maxdorf erh\u00e4lt Anschluss an die weite Welt\u00a0\u00a0 <\/h3>\n\n\n\n<p>Im\nJahre 1903 nahm B\u00fcrgermeister Rudolf Bart aus Bad D\u00fcrkheim die in den 1880er\nJahren abgebrochenen Versuche, eine Bahnverbindung zwischen Bad D\u00fcrkheim und\nMannheim, \u00fcber Oggersheim und Ludwigshafen zu schaffen, wieder auf.<\/p>\n\n\n\n<!--more-->\n\n\n\n<p>Nach\n\u00dcberwindung zahlreicher Schwierigkeiten konnte am 30.06.1911 durch die\nGenehmigung des \u201eK\u00f6niglich &#8211; Bayrischen Staatsministeriums f\u00fcr Verkehrsangele-genheiten\u201c\ndas Projekt \u201eBau und Betrieb einer elektrischen Schmalspurbahn von Bad<\/p>\n\n\n\n<p>D\u00fcrkheim\nnach Oggersheim mit dem Zweck der Personen \u2013 und St\u00fcckgutbef\u00f6r-derung\u201c in\nAngriff genommen werden. <\/p>\n\n\n\n<p>Dabei\nwurde zur Bedingung gemacht, dass der durchgehende Verkehr von Bad D\u00fcrkheim\n\u00fcber Oggersheim, Ludwigshafen nach Mannheim sichergestellt wird.<\/p>\n\n\n\n<p>Am\n12. Juli 1911 wurde daraufhin die \u201eRhein \u2013 Haardt \u2013 Bahn &#8211; Gesellschaft m.b.H.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>durch\ndie St\u00e4dte Mannheim, Ludwigshafen und Bad D\u00fcrkheim als Gesellschafter ger\u00fcndet.<\/p>\n\n\n\n<p>Der\nStreckenverlauf sollte von Bad D\u00fcrkheim \u00fcber Friedelsheim, G\u00f6nheim, Ellerstadt,\nFu\u00dfg\u00f6nheim, Ruchheim, Oggersheim sowie mehrerer Haltepunkte in Ludwigshafen und\nMannheim verlaufen.<\/p>\n\n\n\n<p>Obwohl\nnur eine Verbindung an Maxdorf vorbei \u00fcber Fu\u00dfg\u00f6nheim &#8211; Ruchheim geplant war,\ngelang es dem Lehrer Johannes Zipelius aus Maxdorf, nach langen und harten\nVerhandlungen einen Kompromiss zu erzielen. Dadurch konnte die endg\u00fcltige Bahntrasse\nvon Fu\u00dfg\u00f6nheim kommend einen Bogen nach Norden Richtung Maxdorf und erst dann\nnach Ruchheim machen.<\/p>\n\n\n\n<p>Die\nEntscheidung die Streckenf\u00fchrung zu \u00e4ndern, war f\u00fcr die Entwicklung von Maxdorf\nvon besonderer Bedeutung.<\/p>\n\n\n\n<p>Bereits\nnach 11 Monaten Bauzeit konnte die Strecke am 30. August 1913 durch eine landespolizeiliche\nAbnahmefahrt er\u00f6ffnet werden.<\/p>\n\n\n\n<p>Die\noffizielle Er\u00f6ffnungsfeier, mit den offiziellen Vertretern aller an der Strecke\nliegenden Rhein &#8211; Haardt &#8211; Bahnorten, fand am 30. August 1913 statt.<\/p>\n\n\n\n<p>In\nfestlich geschm\u00fcckten Rhein &#8211; Haardt &#8211; Bahnz\u00fcgen fuhren die Wagen um <\/p>\n\n\n\n<p>14:30\nUhr vom Betriebsbahnhof in Mannheim, Colinistra\u00dfe nach Bad D\u00fcrkheim.<\/p>\n\n\n\n<p>An\nden Bahnh\u00f6fen wurde unter gro\u00dfer Anteilnahme der Bev\u00f6lkerung der Sonderzug\nbegr\u00fc\u00dft und es wurde dem Anlass entsprechend ausgiebig gefeiert.<\/p>\n\n\n\n<p>Der\nfahrplanm\u00e4\u00dfige Personenverkehr begann am 4. September 1913. <\/p>\n\n\n\n<p>Einen\nTag sp\u00e4ter folgte der G\u00fcterverkehr.<\/p>\n\n\n\n<p>Zu\nBeginn der Inbetriebnahme lief der Verkehr teilweise noch einspurig.<\/p>\n\n\n\n<p>Mit\nWirkung vom 8. September 1913 \u00fcbernahm die Bahn dann auch den Transport der\nPost (Briefe und Pakete) aus Maxdorf.<\/p>\n\n\n\n<p>Ihre\nerste gro\u00dfe Bew\u00e4hrungsprobe musste die Bahn bereits 10 Tage nach der Er\u00f6ffnung\nbestehen. Am D\u00fcrkheimer Wurstmarkt, am 2. Sonntag im September, fuhren jeweils\nmehr als 100 \u201eF\u00fcnferz\u00fcge\u201c in beide Richtungen und brachten die Besucher hin und\nwieder zur\u00fcck.<\/p>\n\n\n\n<p>Kaum\n11 Monate in Betrieb, brach der 1. Weltkrieg aus und von den 54 Besch\u00e4ftigten\nam Jahresende 1913 r\u00fcckten 38 Mann ein. Nachdem immer wieder nachr\u00fcckende\nM\u00e4nner in den Krieg zogen, wurden auch Frauen bei der Bahn eingestellt und\nbesch\u00e4ftigt. Im Jahr 1917 waren 10 Frauen und 41 M\u00e4nner im Dienst.<\/p>\n\n\n\n<p>Nach\nKriegsende gab es bereits 85 Bedienstete bei der Rhein-Haardt-Bahn. Allerdings\n11 der einger\u00fcckten Kollegen kamen aus dem Krieg nicht mehr zur\u00fcck.<\/p>\n\n\n\n<p>Mit\nR\u00fcckgang der Bahnleistungen sank die Mitarbeiterzahl allm\u00e4hlich wieder.<\/p>\n\n\n\n<p>Der\nauf der Strecke betriebene G\u00fcterverkehr war, bis auf die Kriegsjahre, nicht\nbesonders wichtig. Transportiert wurden Kohle, Baumaterial, Getreide sowie Holz\nf\u00fcr die in Maxdorf ans\u00e4ssige Kistenfabrik von Julius Hahn. Auch die in\nHeimarbeit gestopften und geschlachteten G\u00e4nse, welche f\u00fcr die\nFleischversorgung der Stadtbev\u00f6lkerung von Mannheim eine wichtige Rolle\nspielten, konnten so einfacher bef\u00f6rdert und dort auf dem Markt angeboten\nwerden.<\/p>\n\n\n\n<p>In\nden 30er Jahren wurde auf Dr\u00e4ngen der Siedlergemeinschaft in der BASF-Siedlung ein\nweiterer Haltepunkt \u201eAnilinsiedlung\u201c eingerichtet.<\/p>\n\n\n\n<p>Der G\u00fcterverkehr auf dieser Strecke wurde im Jahr 1959 dann endg\u00fcltig eingestellt.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"680\" src=\"http:\/\/www.maxdorfer-geschichte.de\/wp-content\/uploads\/2019\/06\/Bild_001-1024x680.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-998\" srcset=\"https:\/\/www.maxdorfer-geschichte.de\/wp-content\/uploads\/2019\/06\/Bild_001-1024x680.jpg 1024w, https:\/\/www.maxdorfer-geschichte.de\/wp-content\/uploads\/2019\/06\/Bild_001-300x199.jpg 300w, https:\/\/www.maxdorfer-geschichte.de\/wp-content\/uploads\/2019\/06\/Bild_001-768x510.jpg 768w, https:\/\/www.maxdorfer-geschichte.de\/wp-content\/uploads\/2019\/06\/Bild_001.jpg 1080w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><figcaption>  Alter Stra\u00dfenbahnwagen der \u201eHolzklasse\u201c (mit Holzb\u00e4nken) <\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p>1954\nwurde die Blinklichtanlage in Ellerstadt modernisiert und dem steigenden\nVerkehr Rechnung getragen.<\/p>\n\n\n\n<p>Grundlegende\nModernisierungen wurden 1959\/1960 eingeleitet (Gleisanlagen).<\/p>\n\n\n\n<p>Der\nzweigleisige Ausbau wurde nach einem schweren Unfall bei Ruchheim, mit 3 Toten\nund 42 Verletzten, im Jahr 1961 fortgesetzt.<\/p>\n\n\n\n<p>1962 wurden die Signalanlagen auf der gesamten Strecke verbessert. Auch das Schienenprofil musste im Laufe der Zeit an die modernen Triebwagen angepasst und verst\u00e4rkt werden.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"724\" height=\"1024\" src=\"http:\/\/www.maxdorfer-geschichte.de\/wp-content\/uploads\/2019\/06\/Bild_002-724x1024.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-999\" srcset=\"https:\/\/www.maxdorfer-geschichte.de\/wp-content\/uploads\/2019\/06\/Bild_002-724x1024.jpg 724w, https:\/\/www.maxdorfer-geschichte.de\/wp-content\/uploads\/2019\/06\/Bild_002-212x300.jpg 212w, https:\/\/www.maxdorfer-geschichte.de\/wp-content\/uploads\/2019\/06\/Bild_002-768x1085.jpg 768w, https:\/\/www.maxdorfer-geschichte.de\/wp-content\/uploads\/2019\/06\/Bild_002.jpg 895w\" sizes=\"auto, (max-width: 724px) 100vw, 724px\" \/><figcaption>Gleisbauarbeiten am Haltepunkt Maxdorf 1985 (Fotos RNV)<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p>Im\nJahr 1965 gab es einen neuen Gesellschaftervertrag.<\/p>\n\n\n\n<p>Noch\nim gleichen Jahr wurde eine Omnibuslinie von der Haltestelle Maxdorf nach\nBirkenheide eingerichtet welche bis heute besteht.<\/p>\n\n\n\n<p>Die\nEisenbahnz\u00fcge wurden mehrfach von der \u201eHolzsitzvariante\u201c bis zu den heutigen\nMehrachsz\u00fcgen moderneren Anspr\u00fcchen angepasst.<\/p>\n\n\n\n<p>Die\nRhein-Haardt-Bahn d\u00fcrfte auch in der Zukunft f\u00fcr den Nahverkehr im Bereich der\nVorderpfalz um die St\u00e4dte Ludwigshafen und Mannheim von gro\u00dfer Bedeutung sein.<\/p>\n\n\n\n<p>Den\nbesonderen Stellenwert f\u00fcr die Attraktivit\u00e4t von Maxdorf als Wohnort, hat die\nRhein-Haardt-Bahn seit ihrem Bestehen immer wieder unter Beweis gestellt.<\/p>\n\n\n\n<p>Bericht:\nFerdinand Fiedler<\/p>\n\n\n\n<p>Quellen: Aus dem Verein \u00fcberlassenen Unterlagen und Fotos der RNV Mannheim <\/p>\n\n\n\n<p>Ortsgeschichte Maxdorf von Walter Sattel&nbsp; <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Maxdorf erh\u00e4lt Anschluss an die weite Welt\u00a0\u00a0 Im Jahre 1903 nahm B\u00fcrgermeister Rudolf Bart aus Bad D\u00fcrkheim die in den 1880er Jahren abgebrochenen Versuche, eine Bahnverbindung zwischen Bad D\u00fcrkheim und Mannheim, \u00fcber Oggersheim und Ludwigshafen zu schaffen, wieder auf.<\/p><p><a class=\"more-link btn\" href=\"https:\/\/www.maxdorfer-geschichte.de\/?p=997\">Weiterlesen<\/a><\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"advgb_blocks_editor_width":"","advgb_blocks_columns_visual_guide":"","footnotes":""},"categories":[1,48],"tags":[],"class_list":["post-997","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-allgemein","category-wissenswertes","item-wrap"],"author_meta":{"display_name":"Bernd Lupberger","author_link":"https:\/\/www.maxdorfer-geschichte.de\/?author=3"},"featured_img":null,"coauthors":[],"tax_additional":{"categories":{"linked":["<a href=\"https:\/\/www.maxdorfer-geschichte.de\/?cat=1\" class=\"advgb-post-tax-term\">Allgemein<\/a>","<a href=\"https:\/\/www.maxdorfer-geschichte.de\/?cat=48\" class=\"advgb-post-tax-term\">Wissenswertes<\/a>"],"unlinked":["<span class=\"advgb-post-tax-term\">Allgemein<\/span>","<span class=\"advgb-post-tax-term\">Wissenswertes<\/span>"]}},"comment_count":"0","relative_dates":{"created":"Posted 7\u00a0Jahren ago","modified":"Updated 7\u00a0Jahren ago"},"absolute_dates":{"created":"Posted on 22. 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