{"id":97,"date":"2012-12-01T20:00:42","date_gmt":"2012-12-01T18:00:42","guid":{"rendered":"http:\/\/www.maxdorfer-geschichte.de\/?p=97"},"modified":"2019-12-22T16:14:07","modified_gmt":"2019-12-22T14:14:07","slug":"der-grosmarkt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.maxdorfer-geschichte.de\/?p=97","title":{"rendered":"Der Gro\u00dfmarkt"},"content":{"rendered":"<p>Marktgeschehen und Marktpl\u00e4tze in Maxdorf &#8211; Historischer R\u00fcckblick<br \/>\n(Basierend auf einem Artikel von Elisabeth Guhmann, bebildert durch den Verein.)<\/p>\n<p>Bevor 1934 der Marktplatz an der Rhein-Haardt-Bahn eingerichtet wurde, boten die Maxdorfer Bauern ihre Erzeugnisse an der Durchgangsstra\u00dfe &#8211; der Staatsstra\u00dfe von Oggersheim nach D\u00fcrkheim &#8211; und zwar auf dem Platz an der Friedenseiche, den Bewohnern von Maxdorf und den von ausw\u00e4rts kommenden H\u00e4ndlern zum Kauf an. Oder sie waren Erzeuger und H\u00e4ndler gleichzeitig und brachten ihre Feldfr\u00fcchte per Pferdeplanwagen &#8211; wie Johannes Hahn in seiner Ortschronik schildert &#8211; nach Kaiserslautern auf den Wochenmarkt. Die ersten Besitzer eines Lastkraftwagens in Maxdorf waren dann um 1920\/25 die Landwirte Johannes Mackle und Johannes Leva. <img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.maxdorfer-geschichte.de\/images\/grossmarktneu\/1.jpg\" alt=\"\" width=\"700&quot;\" height=\"490\"><\/p>\n<p><!--more-->Wer kein Transportmittel oder nur ein Kuhfuhrwerk besa\u00df, brachte seine Waren per Stra\u00dfenbahn (im Gep\u00e4ckwagen) nach Mannheim auf den Markt. Wie ich aus Erz\u00e4hlungen wei\u00df, sprach man vom Mannheimer Markt als &#8222;Delikatessmarkt&#8220; und vom Kaiserslauterer als &#8222;Fressmarkt&#8220;.<\/p>\n<p>Zur\u00fcck zum Marktplatz am &#8222;Friedensb\u00e4\u00e4mel&#8220;. 1933 gab es dort gro\u00dfe Verkehrsprobleme. In der Zeitung war zu lesen, dass der Stra\u00dfenverkauf an der verkehrsreichen Staatsstra\u00dfe eine gro\u00dfe Gefahr f\u00fcr Personen, Fahrzeuge und Radfahrer sei, und in den hiesigen B\u00fcrgerkreisen war die Standortfrage in ein aktuelles Stadium getreten. So wurde z.B. in einer Versammlung er\u00f6rtert, dass man die bauf\u00e4llige Ziegelh\u00fctte erwerben sollte, das Gel\u00e4nde sei gro\u00df genug, um dort einen Marktplatz er errichten. Da aber wie in sp\u00e4teren Zeiten auch, das Gemeindes\u00e4ckel leer war, suchte man nach einer anderen L\u00f6sung. Nicht nur ein geeigneter Umschlagplatz sollte geschaffen werden, auch neue Absatzwege waren vonn\u00f6ten. Der Fortschritt in der Landwirtschaft, n\u00e4mlich Anlegen von Mistbeeten, Errichten von Glash\u00e4usern, intensivere Anbaumethoden und somit die Erzeugung von Qualit\u00e4tsprodukten f\u00fchrten die damaligen Bauern auf neue Wege, um h\u00f6here Preise f\u00fcr ihre Produkte zu erzielen. Man besann sich, dass es vor dem Weltkrieg 1914\/18 in Maxdorf einen Obstbauverein gegeben hatte, dessen Ziel der gemeinsame Bezug von Obstb\u00e4umen und zweckentsprechende Verwertung der Erzeugnisse gewesen war.<\/p>\n<p>So eine Organisation sollte wieder her. In einer Versammlung in der Gastwirtschaft &#8222;Zum gr\u00fcnen Wald&#8220; von Heinrich St\u00e4hler wurde den Bauern erl\u00e4utert, dass nur eine gemeinsame Vermarktung zum Erfolg f\u00fchrt. <img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.maxdorfer-geschichte.de\/images\/grossmarktneu\/2.jpg\" alt=\"\" width=\"700&quot;\" height=\"490\"><\/p>\n<p>Auf diesem freien Platz &#8211; er wurde am 4. Juli 1934 zum Markplatz geweiht &#8211; entstand 1934\/1935 eine Markthalle. Hier verkauften die Bauern ihr Gem\u00fcse an Gro\u00dfh\u00e4ndler, die es danach zum Weiterverkauf bis nach Mannheim, Frankfurt und Stuttgart brachten.<\/p>\n<p>So entstand die erste Erzeuger-Gemeinschaft &#8222;Gem\u00fcsegro\u00dfmarkt Maxdorf&#8220;. Aber wo sollte der organisierte Handel stattfinden? Auf einer Versammlung der Bundschuh-Ortsgruppe im Juli 1933 kam wiederum zur Sprache, dass der bisherige Marktplatz nicht mehr den Bed\u00fcrfnissen entspricht. Man plante deshalb seine Verlegung. Ohne gro\u00dfen Kostenaufwand k\u00f6nnte man das an der Stra\u00dfenbahn gelegene Gel\u00e4nde zu einem Marktplatz ausbauen.<\/p>\n<p>Nun endlich! Ein historischer Tag f\u00fcr Maxdorf. Feierliche Einweihung des neuen Verkaufsplatzes am Montag, dem 4. Juni 1934 an der Stra\u00dfenbahn-Haltestelle in Maxdorf. Kreisbauernf\u00fchrer, Landesobmann f\u00fcr Gartenbau, die B\u00fcrgermeister der umliegenden Orte und zahlreiche ausw\u00e4rtige H\u00e4ndler waren geladene G\u00e4ste und Zeuge eines gro\u00dfen Ereignisses. Vormittags wurden ans\u00e4ssige Gartenbaubetriebe besichtigt, nachmittags bewegte sich ein Festzug, von 30 festlich geschm\u00fcckten Gem\u00fcsewagen begleitet, zum neuen Marktplatz. Ortsvorsteher Theobald Hauck begr\u00fc\u00dfte die G\u00e4ste und Landwirt Alfred Sattel sprach \u00fcber die g\u00fcnstige Lage Maxdorfs als Gem\u00fcsezentrale. (Auszug aus der Maxdorfer Bilderchronik von Otto Reis auf Seite 32). Alle Tag ist Markttag. Die Feldfr\u00fcchte und Gartenprodukte wurden auf umweltfreundlichen, abgasfreien 1 PS Fuhrwerken oder W\u00e4gelchen angeliefert. In der Maxstra\u00dfe beginnend bei der Gastwirtschaft Leonhardt (Ecke Fu\u00dfg\u00f6nheimer Stra\u00dfe) begann sich die Wagenkolonne zu formieren, fortf\u00fchrend um die Ecke in die Bahnhofstra\u00dfe bis hoch zum eigentlichen Marktplatz.<img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.maxdorfer-geschichte.de\/images\/grossmarktneu\/3.jpg\" alt=\"\" width=\"700&quot;\" height=\"490\"><\/p>\n<p>Der Text auf dem Spruchband lautet: <i>&#8222;Das beste Wappen in der Welt, das ist der Pflug im Ackerfeld&#8220;<\/i>.<\/p>\n<p>Je nach Jahreszeit wurden Erbsen, Karotten, Salat, Blumenkohl, Zwiebeln, Kraut, Bohnen, Gurken, Tomaten und auch Obst, verpackt in Holzkisten, Spank\u00f6rben, Stutze- u. Brechk\u00f6rben, S\u00e4cken oder lose auf Rollen oder Handw\u00e4gelchen am Stra\u00dfenrand &#8222;zur Schau&#8220; gestellt. Es fand noch keine richtige Versteigerung statt, eigentlich mehr ein wilder &#8222;Bar-auf-die-Hand&#8220;-Verkauf. Die lose Ware wurde auf dem Marktplatz in einem provisorisch aufgestellten Wiegeh\u00e4uschen gewichtsm\u00e4\u00dfig erfasst und sofort auf die bereitstehenden H\u00e4ndlerfahrzeuge verladen.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.maxdorfer-geschichte.de\/images\/grossmarktneu\/4.jpg\" alt=\"\" width=\"700&quot;\" height=\"490\"><\/p>\n<p>B\u00fcroraum gab es noch keinen. Sp\u00e4ter wurde im Wohnhaus des Gem\u00fcse- und S\u00fcdfr\u00fcchte Gro\u00dfh\u00e4ndlers Eduard Hofmann in Maxdorf am Schillerplatz 4 das Rechnungswesen und die Buchhaltung untergebracht. Doch auch dieses Provisorium fand sein baldiges Ende, als 1935 mit dem Bau und der Inbetriebnahme einer damals modernen, gro\u00dfr\u00e4umigen Markthalle ein neuer Meilenstein in der Geschichte des \u00f6rtlichen und benachbarten Gem\u00fcseanbaues und dessen Vermarktung gesetzt wurde.<\/p>\n<p>(Der Text dieses Artikels wurde ver\u00f6ffentlicht in &#8222;Selbst\u00e4ndige Ortsgemeinde Maxdorf 1952 &#8211; 2002, Festschrift&#8220;, Herausgeber: Ortsgemeinde Maxdorf, Seite 65 ff.)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Marktgeschehen und Marktpl\u00e4tze in Maxdorf &#8211; Historischer R\u00fcckblick (Basierend auf einem Artikel von Elisabeth Guhmann, bebildert durch den Verein.) 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