{"id":910,"date":"2018-11-28T15:27:49","date_gmt":"2018-11-28T13:27:49","guid":{"rendered":"http:\/\/www.maxdorfer-geschichte.de\/?p=910"},"modified":"2018-11-28T15:27:49","modified_gmt":"2018-11-28T13:27:49","slug":"die-pfalzreise-des-reichspraesidenten-von-hindenburg","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.maxdorfer-geschichte.de\/?p=910","title":{"rendered":"Die Pfalzreise des Reichspr\u00e4sidenten von Hindenburg"},"content":{"rendered":"<p>Der 19 Juli 1930, ein Samstag, brachte f\u00fcr uns Pf\u00e4lzer ein denkw\u00fcrdiges Erlebnis. Das verehrungsw\u00fcrdige Oberhaupt des Kreises, Reichspr\u00e4sident Hindenburg (bis September wird er 83 Jahre alt) hat den Pf\u00e4lzern gelegentlich seiner Reise durch das befreite Gebiet einen Besuch abgestattet.<\/p>\n<p>Die St\u00e4dte Germersheim, Speyer, Neustadt, D\u00fcrkheim und Ludwigshafen und als einzige Gemeinde des Amtsbezirkes Frankenthal, Maxdorf durften ihn begr\u00fc\u00dfen. In 2 Vorbesprechungen unter Leitung des Herrn Oberamtmanns Born hatte man im Laufe der Woche den Tag gut vorbereitet. Denn es ist klar, dass bei der Durchfahrt der Autokolonne (8 Fahrzeuge) die gr\u00f6\u00dfte Ordnung herrschen und alles nach amtlichen Vorschriften gehen musste.<\/p>\n<p>Punkt 1 Uhr wurde die Stra\u00dfe\u00a0 Bad D\u00fcrkheim nach Ludwigshafen f\u00fcr den Verkehr gesperrt und es entwickelte sich auf den Nebenstra\u00dfen ein riesenhafter Verkehr. Mit Autos, Motorr\u00e4der, Fahrr\u00e4der, Pferdefuhrwerke und zu Fu\u00df kamen sie herbei nach Maxdorf aus nah und fern. Alle wollten den Menschen begr\u00fc\u00dfen, der Deutschlands Geschicke lenkt und leitet, ihn den\u00a0 Nationalheros, den Vater des Vaterlandes.<\/p>\n<p>Am Kriegerdenkmal in Maxdorf hatte man f\u00fcr Veteranen 1870\/71 und die Schwerkriegsbesch\u00e4digten ein Podium errichtet, rechts und links davon nahmen die Fahnensektionen der einzelnen Vereine Aufstellung. Die Lambsheimer Vereine waren mit Musik erschienen. Die Schulkinder von Lambsheim und Maxdorf bildeten Spalier, hinter diesen hatten die Vereine Aufstellung genommen.<\/p>\n<p>3 Uhr. Die Aufregung der Menge steigt. 3 Uhr 10. Die Verkehrspolizei k\u00fcndet die Ankunft. Die Glocken l\u00e4uten. Dann braust vom Ortseingang her das \u201eHoch\u201c- und \u201eHurra\u201c rufen. Der Reichspr\u00e4sident kommt! Die Musik spielt das Deutschlandlied. Das \u201eHoch\u201c rufen \u00fcbert\u00f6nt Musik und Gesang. Vorbei f\u00fchrt-im langsamsten Tempo-der alte Herr, nach beiden Seiten freundlich gr\u00fc\u00dfend. Links von ihm sitzt der bayerische Ministerpr\u00e4sident Dr. Held. Begeisterung steht auf allen Gesichtern, sie haben ihn gesehen. Mit gro\u00dfem Jubel wird auch ein Wagen voll Schutzpolizei (Schupo) in ihren gr\u00fcnen Uniformen empfangen. Langsam leeren sich die Stra\u00dfen. Die Kinder erhalten zur Feier des Tages Brezeln, von Freunden der Jugend gestiftet. Und pl\u00f6tzlich setzt ein Regenschauer ein. Vorbei ! Es war ein gro\u00dfes Erlebnis f\u00fcr alle.<\/p>\n<p>So \u00fcberall, wohin Hindenburg kam. Nur wenige waren es in Stadt und Land, die an der allgemeinen Freude keinen Anteil hatten, ja die hinter den flatternden Fahnen, mit denen\u00a0 auch sie in diesen Tagen ihre H\u00e4user schm\u00fcckten, die knieschlotternde Angst verbargen \u2013 die Separatisten und die mehr oder weniger offenen und versteckten Freunde\u00a0 der \u201eFreien Pfalz\u201c. Am besten haben diejenigen getan, die als sie noch unter dem Schutz franz\u00f6sischer Bajonette standen, das Land verlassen und ihren franz\u00f6sischen Freunden sich zuwandten. Hier gab es, Gott sei Dank, keine solchen Vaterlandsverr\u00e4ter. Nur ein Lambsheimer, der allerdings schon lange in Bad D\u00fcrkheim wohnte, Franz Vogt, geh\u00f6rte zu diesem Gesindel. Er hat es bis zum Oberleutnant gebracht, was allerdings nicht schwer war. Er war schon in der Schule ein zweifelhafter Bursche, zu allen Rohheiten bereit. Er wird seinen Lohn schon ernten.<\/p>\n<p>Schick<\/p>\n<p>Wir danken Hr. Hornberger vom Archiv in Lambsheim f\u00fcr den Bericht von Oberlehrer Schick aus Lambsheim<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der 19 Juli 1930, ein Samstag, brachte f\u00fcr uns Pf\u00e4lzer ein denkw\u00fcrdiges Erlebnis. Das verehrungsw\u00fcrdige Oberhaupt des Kreises, Reichspr\u00e4sident Hindenburg (bis September wird er 83 Jahre alt) hat den Pf\u00e4lzern gelegentlich seiner Reise durch das befreite Gebiet einen Besuch abgestattet. 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