{"id":858,"date":"2018-07-04T14:06:50","date_gmt":"2018-07-04T12:06:50","guid":{"rendered":"http:\/\/www.maxdorfer-geschichte.de\/?p=858"},"modified":"2018-07-04T14:06:50","modified_gmt":"2018-07-04T12:06:50","slug":"ausdruecke-rund-um-die-landwirtschaft-und-die-sprechweise-in-maxdorfer-mundart","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.maxdorfer-geschichte.de\/?p=858","title":{"rendered":"Ausdr\u00fccke rund um die Landwirtschaft und die Sprechweise in Maxdorfer Mundart"},"content":{"rendered":"<p><strong>Treibhaus \u201cDraibhaus\u201c<\/strong><\/p>\n<p>So nennt man die Gew\u00e4chsh\u00e4user, welche Anfang der 20 Jahre in fast allen Landwirtschaftlichen Betrieben zum Einsatz kamen. Die Treibh\u00e4user wurden meistens an die \u00e4u\u00dferen S\u00fcdmauern der Scheune \u201cSchajer\u201d im eigenen Garten angebaut. Es sah fast so aus, wie in heutiger Zeit ein Wintergarten. So waren sie vor den kalten Winden gesch\u00fctzt und die Sonnenstrahlen konnten zu ihrer Erw\u00e4rmung genutzt werden. Sp\u00e4ter wurden die Treibh\u00e4user mit einem Ofen ausgestattet um fr\u00fcher mit der Aussaat und dem Ausbringen der Pflanzen auf die \u00c4cker beginnen zu k\u00f6nnen.<\/p>\n<div id=\"attachment_859\" style=\"width: 1807px\" class=\"wp-caption alignnone\"><a href=\"http:\/\/www.maxdorfer-geschichte.de\/wp-content\/uploads\/2018\/07\/Treibhaus.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-859\" class=\"size-full wp-image-859\" src=\"http:\/\/www.maxdorfer-geschichte.de\/wp-content\/uploads\/2018\/07\/Treibhaus.jpg\" alt=\"\" width=\"1807\" height=\"1261\" srcset=\"https:\/\/www.maxdorfer-geschichte.de\/wp-content\/uploads\/2018\/07\/Treibhaus.jpg 1807w, https:\/\/www.maxdorfer-geschichte.de\/wp-content\/uploads\/2018\/07\/Treibhaus-300x209.jpg 300w, https:\/\/www.maxdorfer-geschichte.de\/wp-content\/uploads\/2018\/07\/Treibhaus-768x536.jpg 768w, https:\/\/www.maxdorfer-geschichte.de\/wp-content\/uploads\/2018\/07\/Treibhaus-1024x715.jpg 1024w\" sizes=\"auto, (max-width: 1807px) 100vw, 1807px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-859\" class=\"wp-caption-text\">\u201cDraibhaus mit Kuddsche\u201d und zum Abdecken die \u201cRoormadde\u201c im Anwesen K\u00e4rcher<\/p><\/div>\n<p>Jetzt konnte man bereits im Februar\/ M\u00e4rz mit der Aussaat von Pflanzen in Kistchen \u201cKischdlscher\u201d beginnen. Es wurde spezielle Erde f\u00fcr die Saat benutzt. Waren die Pflanzen etwa 5 cm gro\u00df, wurden sie pikiert \u201cbiggiert\u201d. So wird die Trennung und Einzelpflanzung der jungen Pfl\u00e4nzchen bezeichnet.<\/p>\n<div id=\"attachment_860\" style=\"width: 512px\" class=\"wp-caption alignnone\"><a href=\"http:\/\/www.maxdorfer-geschichte.de\/wp-content\/uploads\/2018\/07\/Pikierholz.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-860\" class=\"size-full wp-image-860\" src=\"http:\/\/www.maxdorfer-geschichte.de\/wp-content\/uploads\/2018\/07\/Pikierholz.jpg\" alt=\"\" width=\"512\" height=\"341\" srcset=\"https:\/\/www.maxdorfer-geschichte.de\/wp-content\/uploads\/2018\/07\/Pikierholz.jpg 512w, https:\/\/www.maxdorfer-geschichte.de\/wp-content\/uploads\/2018\/07\/Pikierholz-300x200.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 512px) 100vw, 512px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-860\" class=\"wp-caption-text\">Kleine Pfl\u00e4nzchen werden mit einem \u201cBiggierholds\u201d in eingeteilte Felder \u201cbiggiert\u201d<\/p><\/div>\n<p>Dazu wurden<\/p>\n<p><strong>Pickierh\u00f6lzer \u201cBiggierheldser\u201d<\/strong><\/p>\n<p>benutz. Dies sind \u00e4hnlich einem Bleistift angespitzte H\u00f6lzer. Damit man m\u00f6glichst viele junge Pfl\u00e4nzchen in die Kistchen brachte, wurde zur Einteilung eine Leere benutz und die Erde in gleichm\u00e4\u00dfig gro\u00dfe Felder eingeteilt. Mit dem Pickierholz wurde in der Mitte der Feldeinteilung in den Kistchen ein Loch gemacht, das junge Pfl\u00e4nzchen hineingesteckt und mit dem Pickierholz seitlich und mit Gef\u00fchl die Erde angedr\u00fcckt. Waren die Pfl\u00e4nzchen angewachsen, brachte man die Kistchen in ein<\/p>\n<p><strong>Fr\u00fchbeet \u201cKuddsche\u201d<\/strong><\/p>\n<p>Diese waren ebenfalls im Garten des eigenen Grundst\u00fccks aufgebaut. So hatte man immer alles unter Kontrolle. Die Fr\u00fchbeete wurden im Laufe der Zeit mit wasser-<\/p>\n<p>f\u00fchrenden Leitungen ausgestattet und konnten somit ebenfalls beheizt werden. Damit die jungen Pflanzen in den Fr\u00fchbeeten in der Nacht nicht zu stark ausk\u00fchlten, benutzte man<\/p>\n<p><strong>Schilfrohrmatten \u201cRoormadde\u201d<\/strong><\/p>\n<p>um sie damit abzudecken. Abends wurden die Rohrmatten \u00fcber die Glasabdeckung gerollt und morgens wieder weggepackt.<\/p>\n<p>So hat man es mit der Zeit geschafft, die H\u00e4ufigkeit mit welcher die Felder \u00fcbers Jahr bestellt werden konnten zu erh\u00f6hen.<\/p>\n<p>Gegossen wurden die Pflanzen in den Treibh\u00e4usern und Fr\u00fchbeeten mit<\/p>\n<p><strong>Gie\u00dfkannen \u201cGie\u00dfkanne\u201d<\/strong><\/p>\n<div id=\"attachment_862\" style=\"width: 316px\" class=\"wp-caption alignnone\"><a href=\"http:\/\/www.maxdorfer-geschichte.de\/wp-content\/uploads\/2018\/07\/Gie\u00dfkanne.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-862\" class=\"size-full wp-image-862\" src=\"http:\/\/www.maxdorfer-geschichte.de\/wp-content\/uploads\/2018\/07\/Gie\u00dfkanne.jpg\" alt=\"\" width=\"316\" height=\"159\" srcset=\"https:\/\/www.maxdorfer-geschichte.de\/wp-content\/uploads\/2018\/07\/Gie\u00dfkanne.jpg 316w, https:\/\/www.maxdorfer-geschichte.de\/wp-content\/uploads\/2018\/07\/Gie\u00dfkanne-300x151.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 316px) 100vw, 316px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-862\" class=\"wp-caption-text\">\u201cGie\u00dfkanne\u201d mit langem Hals<\/p><\/div>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Diese hatten e einen langen, schlanken Hals. Damit konnte man auch an entfernter gelegene Stellen gelangen und die Pflanzen bew\u00e4ssern. Wenn die Pflanzen gro\u00df genug waren kamen sie auf die Felder und wurden dann<\/p>\n<p><strong>gesetzt \u201cgseddsd\u201d.<\/strong><\/p>\n<p>Je nachdem, welche Pflanzen es waren, wurden als Rankhilfe d\u00fcnnere Pf\u00e4hle auch<\/p>\n<p><strong>Tomatenst\u00f6cke \u201cTomade-schdiggl\u201d<\/strong><\/p>\n<p>genannt, neben die Pflanzen gesteckt. Daran konnten auch Kletterpflanzen, wie Stangenbohnen emporwachsen.<\/p>\n<p>Die Pf\u00e4hle wurden mittels Holzhammer<\/p>\n<div id=\"attachment_863\" style=\"width: 276px\" class=\"wp-caption alignnone\"><a href=\"http:\/\/www.maxdorfer-geschichte.de\/wp-content\/uploads\/2018\/07\/Holzhammer.png\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-863\" class=\"wp-image-863\" src=\"http:\/\/www.maxdorfer-geschichte.de\/wp-content\/uploads\/2018\/07\/Holzhammer.png\" alt=\"\" width=\"276\" height=\"155\" srcset=\"https:\/\/www.maxdorfer-geschichte.de\/wp-content\/uploads\/2018\/07\/Holzhammer.png 500w, https:\/\/www.maxdorfer-geschichte.de\/wp-content\/uploads\/2018\/07\/Holzhammer-300x169.png 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 276px) 100vw, 276px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-863\" class=\"wp-caption-text\">Alter Holzhammer \u201cHoldshammer\u201d<\/p><\/div>\n<p>und in j\u00fcngerer Zeit mit einem<\/p>\n<p><strong>Setzrohr \u201cSeddsroor\u201d<\/strong><\/p>\n<div id=\"attachment_864\" style=\"width: 210px\" class=\"wp-caption alignnone\"><a href=\"http:\/\/www.maxdorfer-geschichte.de\/wp-content\/uploads\/2018\/07\/Setzrohr.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-864\" class=\"size-full wp-image-864\" src=\"http:\/\/www.maxdorfer-geschichte.de\/wp-content\/uploads\/2018\/07\/Setzrohr.jpg\" alt=\"\" width=\"210\" height=\"406\" srcset=\"https:\/\/www.maxdorfer-geschichte.de\/wp-content\/uploads\/2018\/07\/Setzrohr.jpg 210w, https:\/\/www.maxdorfer-geschichte.de\/wp-content\/uploads\/2018\/07\/Setzrohr-155x300.jpg 155w\" sizes=\"auto, (max-width: 210px) 100vw, 210px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-864\" class=\"wp-caption-text\">Setzrohr auch \u201cSeddsroor\u201d genannt<\/p><\/div>\n<p>in den Boden geschlagen. Die Setzrohre waren kurze Rohrst\u00fccke, mit zwei seitlich angeschwei\u00dften Griffen und einem aufgeschwei\u00dften Deckel auf dem eigentlichen Rohrst\u00fcck. Das Rohrst\u00fcck wurde \u00fcber den Pfahl gest\u00fclpt und dieser dann mit zwei, drei Schl\u00e4gen in die Erde getrieben. An diesen Pf\u00e4hlen konnten die Pflanzen hoch wachsen und wurden zum besseren Halt daran festgebunden.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Treibhaus \u201cDraibhaus\u201c So nennt man die Gew\u00e4chsh\u00e4user, welche Anfang der 20 Jahre in fast allen Landwirtschaftlichen Betrieben zum Einsatz kamen. Die Treibh\u00e4user wurden meistens an die \u00e4u\u00dferen S\u00fcdmauern der Scheune \u201cSchajer\u201d im eigenen Garten angebaut. Es sah fast so aus, wie in heutiger Zeit ein Wintergarten. 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