{"id":578,"date":"2016-11-12T14:22:36","date_gmt":"2016-11-12T12:22:36","guid":{"rendered":"http:\/\/www.maxdorfer-geschichte.de\/?p=578"},"modified":"2016-11-12T14:46:27","modified_gmt":"2016-11-12T12:46:27","slug":"vortrag-von-walter-sattel-alte-transportwege-der-rumpelexpress-im-triftkanal","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.maxdorfer-geschichte.de\/?p=578","title":{"rendered":"Vortrag von Walter Sattel: Alte Transportwege &#8211; Der Rumpelexpress im Triftkanal"},"content":{"rendered":"<p>Schon im Mittelalter \u00fcberlegten sich die Menschen, wie sie Brennholz und Bauholz mit m\u00f6glichst wenig Kraftaufwand f\u00fcr Mensch und Vieh transportieren konnten. Es gab je wenige Stra\u00dfen, ihr Zustand war meist miserabel. Mit Geschick und Erfindungsreichtum fand man einen Weg, wie man das flie\u00dfende Wasser als Transportmittel nutzen konnte. Die Erfindung erwies sich auch als ein sehr preiswertes Verfahren. So konnte sich aus kleinen lokalen Erfahrungen mit der Zeit ein neues Gewerbe des Holztransports entwickeln, die Holzfl\u00f6\u00dferei oder die Holztrift.<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p>In der Pfalz entstanden aufgrund der vielen Flie\u00dfb\u00e4che im Pf\u00e4lzerwald schon sehr fr\u00fch sog. Schwallbetriebe. Die besondere Schichtung des Bundsandsteins sowie die gro\u00dfen Waldfl\u00e4chen sorgen f\u00fcr eine gute Quellsch\u00fcttung. Mit Hilfe eines Systems von vorhandenen oder auch k\u00fcnstlich geschaffenen Wasserwegen, deren Ufern befestigt werden mussten, sowie der im Wald angelegten Wooge, die als Reservoir f\u00fcr den Schwall dienten, transportierten die pf\u00e4lzischen Fl\u00f6\u00dfer das Holz bis zum Rhein.<\/p>\n<p>Das Wort \u201eHolzfl\u00f6\u00dfen\u201c wird allgemein als Oberbegriff f\u00fcr die beiden T\u00e4tigkeiten \u201eFl\u00f6\u00dfen\u201c und \u201eTriften\u201c gebraucht, wobei es sich hier im Prinzip um zwei unterschiedliche Bef\u00f6rderungsarten handelt.<\/p>\n<p>Unter Triften versteht man im engeren Sinne den Transport von losen kurzen Holzst\u00fccken im flie\u00dfenden Wasser mit der Steuerung vom Ufer aus. (Brennholz, Wingertstickel)\u00a0 Die benutzten B\u00e4che nennen sich entweder Triftbach oder Flo\u00dfbach.<\/p>\n<p>Das Fl\u00f6\u00dfen dagegen geschieht mit zusammengebundenem Stammholz unter Steuerung vom Flo\u00df aus, was nur bei gr\u00f6\u00dferen Fl\u00fcssen und Str\u00f6men m\u00f6glich ist. Erinnert sei hier an die heutigen Reiseangebot \u00fcber z\u00fcnftige Flo\u00dffahrten auf der\u00a0 Donau, der Isar oder dem Main.<\/p>\n<p>Wir unterscheiden also Fl\u00f6\u00dfen und Triften, ein Begriff der sich schon fr\u00fch aus dem Wort \u201eTreiben\u201c entwickelt hat. In der Holzfl\u00f6\u00dferei gibt es den Beruf des Fl\u00f6\u00dfers. Gibt es auch den \u201eTriftler\u201c? Ja regional gesehen schon! Ich wohnte einige Jahre in Bad D\u00fcrkheim im Stadtteil der Trift, im Triftweg, da galt man in der Stadt als Triftler. Die D\u00fcrkheimer Trift hat ihren Namen nicht etwa von der Holztrift durch die Isenach, die wegen der vielen st\u00f6renden M\u00fchlen und S\u00e4gewerke kaum eine Rolle spielte, sondern von der Viehtrift. Es handelt sich in dem Wohngebiet Trift um die fr\u00fchere D\u00fcrkheimer Viehweide oder auch um den Weg dorthin. Das Wort Trift wird also in zwei Bedeutungen gebraucht. Deshalb lassen die 220 Triftstra\u00dfen und 250 Triftwege in Deutschland die Art ihrer fr\u00fcheren Nutzung\u00a0 &#8211; Holztrift oder\u00a0 Viehtrift &#8211; nicht erkennen.<\/p>\n<p>Die drei wichtigsten Triftb\u00e4che im Pf\u00e4lzerwald in Richtung des Rheins waren der Speyerbach, die Queich und die Wieslauter. Der Speyerbach, der auch das Wasser f\u00fcr unseren Flo\u00dfbach lieferte, wird in der Region um Elmstein gespeist von den B\u00e4chen Leinbach, Breitenbach, Legelbach, Erlenbach und Helmbach.<\/p>\n<p>Am Rehbach soll schon 1295 Holz gefl\u00f6\u00dft worden sein. F\u00fcr den Oberlauf des Speyerbachs ist die Holztrift f\u00fcr das Jahr 1330 urkundlich bezeugt. Im Jahre 1403 verf\u00fcgte K\u00f6nig Ruprecht, dass der Speyerbach den Fl\u00f6\u00dfern das ganze Jahr hindurch zum Fl\u00f6\u00dfen freistehen m\u00fcsse und niemand sie hindern oder st\u00f6ren d\u00fcrfe. Er stellte die Fl\u00f6\u00dfer von allen Abgaben frei (Bachfreiheit). Die kurf\u00fcrstliche Regierung versuchte den Flo\u00dfbetrieb mit gesetzlichen Bestimmungen, mit den sog. Flo\u00dfordnungen zu regeln. Solche gab es 1555, 1757 und 1791.<\/p>\n<p>Im 18. und 19. Jahrhundert bestand ein sehr gro\u00dfer Bedarf an Brennholz, sowohl f\u00fcr den Privatbereich als auch f\u00fcr Gewerbebetriebe insbesondere in den St\u00e4dten Neustadt und Speyer. Eine enorme zus\u00e4tzliche Holznachfrage nach Brennholz verursachten auch der Wiederaufbau der Stadt Mannheim um 1710, die Belieferung der Sch\u00f6nfelder Saline ab 1736 und der wirtschaftliche Aufstieg von Frankenthal im Laufe des ganzen 18. Jahrhunderts.<\/p>\n<p>Welche Einrichtungen wurden f\u00fcr die Holztrift geschaffen oder genutzt? Wie waren die damaligen Arbeitsabl\u00e4ufe der an der Trift beteiligten Arbeitskr\u00e4fte?<\/p>\n<p>In den W\u00e4ldern um Elmstein waren hunderte von Waldarbeiter das ganze Jahr \u00fcber damit besch\u00e4ftigt, B\u00e4ume zu f\u00e4llen und sie in Holzscheite von 1 m bis 1,5 m L\u00e4nge zu zerlegen. In den h\u00f6heren Lagen f\u00fchrten sog. Schlittelwege den Berg herunter zu den Holzlagerpl\u00e4tzen am Triftbach. Die Arbeiter transportierten das Scheitholz mit Schlitten zu Tal, es war eine gef\u00e4hrliche Arbeit. Ein Mann sa\u00df vorne an den Schlittenh\u00f6rnern und lenkte das Fahrzeug und ein Mann sa\u00df hinten und bremste bei Bedarf\u00a0 die Schussfahrt ab. Auf der waagrechten Ebene benutzte man f\u00fcr den Holztransport Zugpferde.<\/p>\n<p>An den Holzlagerpl\u00e4tzen unmittelbar an den Einwurfstellen am Triftbach, sie wurden allgemein Bollerpl\u00e4tze genannt, setzten die Waldarbeiter die Scheite in Holzst\u00f6\u00dfen zum Trocknen auf (Archen, Beigen). Jeder Holzsto\u00df hatte eine Fl\u00e4che von 1,5 qm und eine H\u00f6he von 2,50 m, er enthielt ein pf\u00e4lzisches Klafter Scheitholz, das waren 3,58 Ster.<\/p>\n<p>Der Pf\u00e4lzerwald ist von Natur aus arm an Stehgew\u00e4ssern. Erst die Menschen haben seit \u00fcber 1000 Jahren mit der Anlage von 1000 k\u00fcnstlich geschaffenen Fischteichen, M\u00fchlweihern und Triftwoogen dem Wald zu einer Vielfalt an Stehgew\u00e4ssern verholfen (Eiswoog, Gelterswoog, Hammerweiher, Isenachweiher). Triftwooge oder Triftklausen, wie diese Einrichtung in der bayerischen Zeit hie\u00dfen, sind also k\u00fcnstliche Staubecken oder Stauseen, die zuerst aus Holz und Erdd\u00e4mmen, sp\u00e4ter in der bayerischen Zeit mit der Verwendung von Quadersteinen und Erdd\u00e4mmen angelegt wurden. Sie dienen als Reservoir f\u00fcr das notwendige Schwallwasser im Triftbetrieb. Der angestellte Woogmann hatte die Aufgabe, den Wasserstand zu beobachten, er hatte beim Triften das Wasser so zu dosieren, dass unter Ber\u00fccksichtigung des n\u00e4chtlichen Zulaufs am n\u00e4chsten Tag noch gen\u00fcgend Wasser vorhanden war. Er musste genau abw\u00e4gen, wie viele Bretter er bei jedem Triftgang tags\u00fcber aus der Stauwehr entnehmen muss. Im Elmsteiner Tal gab es seinerzeit 143 Stauwehren (Abflusskan\u00e4le) verbunden mit 50 Stegen oder Br\u00fccken.<\/p>\n<p>Um die B\u00e4che im Wald und in der Rheinebene f\u00fcr den Triftbetrieb nutzbar zu machen, mussten die Uferr\u00e4nder begradigt, Ecken mussten zu Kurven ausgebaut und Bachbette enger gefasst und vertieft\u00a0 werden, damit f\u00fcr die Wassermassen ein schneller Durchlauf garantiert war. Falls M\u00fchlen am Bach tangiert wurden, schuf man f\u00fcr die Holztrift sog. Byp\u00e4sse, also einen zweiten parallel verlaufenden Umgehungskanal. Die Uferw\u00e4nde der Triftb\u00e4che wurden mit Flechtwerk und Holzdielen gegen Besch\u00e4digungen durch die Holzscheite gesch\u00fctzt.<\/p>\n<p>Im 19. Jahrhundert ersetzte man an den Oberl\u00e4ufen im Pf\u00e4lzerwald systematisch das Flechtwerk durch behauene Sandsteinmauern. Dabei legte man oft an B\u00e4chen neben dem Wasser einen schmalen steinernen Gang f\u00fcr die Triftknechte an. Um die\u00a0 Ufer an der Einwurfstelle am Bollerplatz zu schonen, entstanden dort treppenf\u00f6rmig angelegte Rampen aus Sandsteinb\u00e4nken. Damit das Wasser zus\u00e4tzliche Schubenergie bekam, baute man an den Oberl\u00e4ufen der B\u00e4che schr\u00e4ge, ziemlich steile Wasserrutschen aus Sandstein (Riesel). Diese Rampen hatten eine Fallh\u00f6he zwischen 50 cm und 4 Metern.<\/p>\n<p>Bei der Herstellung von Sandsteinquadern muss man bedenken, dass es zu dieser Zeit noch keine Steinsprengungen gab, keine Motors\u00e4ge oder Schleifmaschine. Die Steinbrecher benutzten\u00a0 nur Brechwerkzeuge, Keil, Hammer und Mei\u00dfel. Noch nach 200 Jahren zeigen die Bauwerke den hohen handwerklichen Stand der damaligen Zeit in der Bearbeitung des vor allem im Elmsteiner Tal\u00a0 reichlich vorhandenen Sandsteins.<\/p>\n<p>Die Triftsaison dauerte normalerweise von Michaeli (29.09.) bis Georgi (23.04.). Da die Quellsch\u00fcttungen im Fr\u00fchjahr am gr\u00f6\u00dften waren, bildete diese Jahreszeit die Haupttriftzeit. Auf dem Speyerbach und den Transportstrecken nach Mannheim, Frankenthal und Oggersheim war das Triften in der Regel das ganze Jahr erlaubt.<\/p>\n<p>Vor dem Beginn der Trift fanden eine Begehung und damit eine \u00dcberpr\u00fcfung der Triftstrecke statt. Vor allem mussten die anliegenden M\u00fchlen rechtzeitig \u00fcber den Beginn der Saison informiert werden, damit sie ihren Betrieb auf evtl. Behinderungen durch die Holztrift einstellen konnten.<\/p>\n<p>Zu Beginn des Fl\u00f6\u00dfens nahm der Woogmann einige Bretter aus der\u00a0 Stauwehr und gab damit den Weg f\u00fcr das Schwallwasser frei. An der Einwurfstelle am Bollerplatz waren 20-25 M\u00e4nner damit besch\u00e4ftigt, Holzscheite in den Bach zu werfen. Durch das sto\u00dfweise Ablassen der Stauwooge trug der jeweils erzeugte Wasserschwall in Form von Sturzwellen das Holz mit entsprechenden Rumpelger\u00e4uschen rasch bachabw\u00e4rts ins Tal. Triftknechte liefen den Bach entlang mit ihren langen kr\u00e4ftigen Stangen. Diese hatten am oberen Ende einen Eisendorn und einen sichelartigen Widerhaken, damit im Falle von Stauungen, die die B\u00f6schungen und Trifteinrichtungen besch\u00e4digen konnten,\u00a0 die Holzscheite wieder flott gemacht werden k\u00f6nnen. Den ersten Scheit, der sich im Bach verhakte und einen Stau hervorrief nannte man den Fuchs. W\u00e4hrend der Triftzeit waren zwischen Speyerbrunn und dem Rhein ca. 50 Triftknechte oder Flo\u00dfposten an den B\u00e4chen t\u00e4tig, f\u00fcr eine \u00dcbernachtung in einer Herberge oder einer M\u00fchle zahlten sie mit einem Holzst\u00fcck. Es herrschte das Bachstadenrecht, jeder Anrainer am Flo\u00dfbach musste den Flo\u00dfknechten und den Bachinspektoren erlauben, auf Fu\u00dfpfaden entlang den B\u00e4chen zu gehen.<\/p>\n<p>Getriftet wurde\u00a0 Brennholz, ausnahmsweise auch Nutzholz f\u00fcr die Winzer in Neustadt. Der Transport von Langholz erfolgte mit Pferdefuhrwerken an das Rheinufer, wo es in festen Fl\u00f6\u00dfen weiter verfrachtet wurde.<\/p>\n<p>Zu den historischen Triftb\u00e4chen geh\u00f6rt auch der Flo\u00dfbach, an dessen Ufern sp\u00e4ter Maxdorf entstand. Er stellt eigentlich ein Unikum insofern dar, als f\u00fcr ihn bei seiner Installation im Gegensatz zu der normalen West-Ostrichtung der Triftb\u00e4che die S\u00fcd-Nord-Richtung gew\u00e4hlt wurde. Der Querverlauf durch die Vorderpfalz war nur m\u00f6glich, weil er von der Schleuse am Rehbach bis zur Isenach bei Lambsheim immerhin ein Gef\u00e4lle von 3 Metern hat.<\/p>\n<p>Kurf\u00fcrst Karl Philipp lie\u00df den Flo\u00dfgraben in den Jahren 1740 bis 1743 anlegen, um das Brennholz f\u00fcr den Betrieb der D\u00fcrkheimer Saline aus eigenen W\u00e4ldern im Elmsteiner Tal anliefern zu lassen. Der Bezug von Brennmaterial aus den D\u00fcrkheimer W\u00e4ldern, die ja teilweise den Leininger Grafen geh\u00f6rten, war ihm auf Dauer zu teuer. Er lie\u00df f\u00fcr die Zwischenlagerung des Holzes 1745-1746 unmittelbar am Flo\u00dfbach in der Gemarkung von Lambsheim einen Holzhof anlegen. \u00dcber die neue Flo\u00dfverbindung bestand auch die M\u00f6glichkeit, Oggersheim und Frankenthal mit Brennholz zu versorgen. Der neue Kanal war nicht mit Steinen, sondern mit Flechtwerk\u00a0 und Holzdielen ausgestattet. F\u00fcr die Trift ab dem Alten Holzhof bis nach Frankenthal wurde eine Zollgeb\u00fchr von 30 Kreuzern pro Klafter Scheitholz verlangt.<\/p>\n<p>Zum verantwortlichen Fl\u00f6\u00dfer f\u00fcr den Transport des Salinenholzes war vom Kurf\u00fcrsten der Neidenfelser Forstmeister Georg Franz Gl\u00f6ckle bestellt worden. Der Kurf\u00fcrst Karl Theodor setzte Claudius Loyet als Holzaufseher im Holzhof ein. Dort hatte er als Angestellter der Saline seinen Dienstsitz.<\/p>\n<p>Wenn die Spitze eines Trifttransports den Holzhof erreichte, begann die postierte Hilfsmannschaft des Holzfaktors Gl\u00f6ckle mit dem Anscheeren, d.h. die Scheite wurden an der Anscheerstelle mit einem Holzgitter (Fangrechen) aufgehalten und von der sog. Ausschlagbank, einer steinernen Ufertreppe aus mit einem Haken einzeln aus dem Wasser gezogen. Viel Verdruss bereitete den Fl\u00f6\u00dfern das Senkholz, das war abgesunkenes, minderwertiges Holz, das m\u00fchsam aufgefischt werden musste. Die H\u00f6lzer wurden dann mit Schubkarren an bestimmte Stellen auf dem Holzlagerplatz gebracht, wo man sie zu Stapeln zum Trocknen aufsetzte. Mit dem protokollarischen Z\u00e4hlen und der \u00dcbergabe der Stapel an den Holzwart Claudius Loyet ging das Material vom Holzfaktor Gl\u00f6ckle in die Obhut der kurf\u00fcrstlichen Saline \u00fcber. F\u00fcr den Weitertransport stand vor 1769 noch keine Fahrstra\u00dfe nach D\u00fcrkheim zur Verf\u00fcgung. Das Holz wurde auf direktem Wege mit Fuhrwerken vermutlich \u00fcber das D\u00fcrkheimer Bruch zur Saline Philippshall verfrachtet. (vorbei am Casino, Neustra\u00dfe, Sohlstra\u00dfe, Erpolzheimer Bruch am n\u00f6rdlichen Fu\u00df des Feuerbergs, zum Gel\u00e4nde\u00a0 Krankenhaus)<\/p>\n<p>Am Ende der Triftperiode schloss man die Schleuse am Rehbach und die Fronarbeiter der D\u00f6rfer an den B\u00e4chen\u00a0 begannen, das Bachbett zu reinigen (Bachputzer). Die ordnungsgem\u00e4\u00dfe Erledigung dieser Arbeiten wurde durch den Bach-Inspektor \u00fcberpr\u00fcft, der in der kurpf\u00e4lzischen und franz\u00f6sischen Zeit zu Pferd entsprechende Kontrollritte vornahm.<\/p>\n<p>Mit dem Beginn der franz\u00f6sischen Besetzung der Pfalz im Revolutionskrieg musste die Fl\u00f6\u00dferei 1792 landesweit eingestellt werden. Der Holzhof als Holzzwischenlager war demnach von 1745 bis 1792 ausschlie\u00dflich f\u00fcr den D\u00fcrkheimer Salinenbetrieb t\u00e4tig. Nach der Zerst\u00f6rung der Geb\u00e4ude 1794 war er dem Verfall preisgegeben. Erst im Jahre 1810 baute \u00a0Maximilian Werling aus Lambsheim zwei Wohnh\u00e4user am Rande des ehemaligen Holzhofgel\u00e4ndes, er war der erste Ansiedler auf dem Ortsgebiet des heutigen Maxdorf.<\/p>\n<p>Der allgemeine Triftbetrieb setzte 1802 in der Pfalz wieder ein. Die Neustadter Holz-Fl\u00f6\u00dfkompagnie legte in Lambsheim f\u00fcr die Versorgung der B\u00fcrger mit Brennholz einen neuen Holzhof an. Kaiser Napoleon erlie\u00df 1807 eine neue Flo\u00dfordnung.<\/p>\n<p>Im Jahre 1822 \u00fcbernahm der Staat Bayern die Holztrift und den Holzverkauf in eigene Regie, das Forstamt Neustadt wurde zum Triftamt bestimmt. Es \u00fcbernahm die Leitung \u00fcber den gesamten Triftbetrieb in der Pfalz. Alle Triftb\u00e4che in der Rheinebene wurden mit einer Flechtwerkeinfassung neu kanalisiert. 1823 waren insgesamt 33 B\u00e4che im Pf\u00e4lzerwald und der Vorderpfalz f\u00fcr die Trift neu nutzbar gemacht. Der Lagerplatz des Alten Holzhofs spielte\u00a0 f\u00fcr angetriftetes Brennholz f\u00fcr die Maxdorfer Ansiedler neben dem Lambsheimer Neuen Holzhof nur eine untergeordnete Rolle.<\/p>\n<p>Als 1847 die Eisenbahn von Ludwigshafen nach Neustadt ihren Betrieb aufnahm und 1848\/49 die Strecke Neustadt-Kaiserslautern nachfolgte, verlor der Triftbetrieb in der Vorderpfalz bald an Bedeutung. Im Jahre 1860 wurden immerhin noch 19000 Klafter Holz auf dem Speyerbach gefl\u00f6\u00dft. Ab 1870 ging die Holzfl\u00f6\u00dferei immer mehr zur\u00fcck. Die Bayerische Regierung stellte am 17.11.1882 das Triften von Frankeneck bis Frankenthal ein. Die Holzh\u00f6fe Neustadt, Mutterstadt, Frankenthal, Lambsheim und auch Maxdorf wurden nicht mehr gebraucht und ver\u00f6deten. 1897 hat die Regierung in M\u00fcnchen das Neustadter Triftamt und 1906 den Triftbetrieb im Pf\u00e4lzerwald aufgehoben. Mit dieser beh\u00f6rdlichen Ma\u00dfnahme hatte ein jahrhundertealtes Transportgewerbe sein Ende gefunden.<\/p>\n<p>Die baulichen Anlagen im Pf\u00e4lzerwald an den Bachoberl\u00e4ufen wurden nicht mehr gepflegt. Im Gegensatz zu den mit Holz befestigten Anlagen, die bald verfielen, sind die Sandsteinbauwerke streckenweise aber noch gut erhalten und aus kulturhistorischer Sicht einzigartige Zeitzeugen. Sie spielen heute im Bereich des Biosph\u00e4renreservates Pf\u00e4lzerwald eine bedeutende Rolle. Dar\u00fcber hinaus haben sich aus den Weihern und Woogen nat\u00fcrliche Lebensr\u00e4ume mit einer artenreichen Fauna und Flora entwickelt.<\/p>\n<p>Die Landesregierung von Rheinland-Pfalz hat 2015 ein Konzept f\u00fcr die Pflege und Erhaltung der alten Triftanlagen entwickelt. So sollen unter Einbeziehung der Gemeinden und B\u00fcrger teils wirtschaftliche, teils touristische Nutzungen angegangen werden. Ein Beispiel daf\u00fcr ist die Anlage eines Trifterlebnisweges entlang des Legelbachs hinter Elmstein, wo noch Bollerpl\u00e4tze, Triftwooge, Schwallwooge, Sandsteineinfassungen des Baches und alte Schutzh\u00fctten zu besichtigen sind. Der 8 km weite Rundweg zwischen Elmstein und dem Waldhaus Schwarzsohl ist mit 10 Informationstafeln versehen, auf denen die noch vorhandenen Trifteinrichtungen beschrieben sind. Die Wanderung ist ein lohnendes Erlebnis f\u00fcr alle, die sich f\u00fcr n\u00e4here Einblicke in die Einrichtungen des ehemaligen Triftgewerbes interessieren.<\/p>\n<p>Walter Sattel, August 2016<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Schon im Mittelalter \u00fcberlegten sich die Menschen, wie sie Brennholz und Bauholz mit m\u00f6glichst wenig Kraftaufwand f\u00fcr Mensch und Vieh transportieren konnten. Es gab je wenige Stra\u00dfen, ihr Zustand war meist miserabel. Mit Geschick und Erfindungsreichtum fand man einen Weg, wie man das flie\u00dfende Wasser als Transportmittel nutzen konnte. 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