{"id":1971,"date":"2026-03-09T13:58:42","date_gmt":"2026-03-09T11:58:42","guid":{"rendered":"https:\/\/www.maxdorfer-geschichte.de\/?p=1971"},"modified":"2026-03-09T13:58:43","modified_gmt":"2026-03-09T11:58:43","slug":"die-zeit-der-maxdorfer-ziegelhuetten","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.maxdorfer-geschichte.de\/?p=1971","title":{"rendered":"Die Zeit der Maxdorfer Ziegelh\u00fctten"},"content":{"rendered":"\n<p>Im Fr\u00fchjahr des Jahres 1819 standen um den Flo\u00dfbach im Bereich der Ziegelstra\u00dfe bis zur Fu\u00dfg\u00f6nheimer Stra\u00dfe\/Bleichstra\u00dfe einige H\u00e4user. Diese waren, wie damals \u00fcblich aus nicht gebrannten Lehmziegeln und deshalb nicht sehr haltbar. Die Lehmsteine haben die Siedler selbst aus dem vor Ort gewonnenen Lehm unter Zuf\u00fcgen von Wasser in Holzformen gepresst und zum Trocknen ausgelegt. Lediglich die Fundamente der H\u00e4user oder kleinere Keller mit Naturboden bestanden aus Sandsteinen.<\/p>\n\n\n\n<p>Zu dieser Zeit hatte der aus Neuleiningen stammende Johannes Groh (1794-1862), von Beruf Ziegler, mit seiner Frau Dorothea geb. Fink, eine Ziegelh\u00fctte in der Ziegelstra\u00dfe. Er setzte ganz auf einen beginnen Bedarf von Ziegeleiwaren zum Hausbau.<\/p>\n\n\n\n<p>Bereits im Jahr 1828 ver\u00e4u\u00dferte er die Ziegelh\u00fctte an Peter Josef Ge\u00f6rg (1802-1869), der sie weiterbetrieb und 1830 um eine Samend\u00f6rre und 1832 um eine Scheune erweiterte.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Baumaterialien f\u00fcr neue H\u00e4user wurden ab etwa 1900 aus Feldbrandsteinen her-gestellt. Dies geschah, indem man die aus Lehm gemachten Backsteine zu W\u00fcrfeln aufstapelte und im dadurch entstandenen Innenraum ein Feuer entz\u00fcndete, um damit die Steine h\u00e4rter zu machen, sozusagen \u201ezu brennen\u201c. Die nach etwa 3 Wochen \u201eBrennzeit\u201c so entstandenen Steine waren f\u00fcr die Bauherren wesentlich g\u00fcnstiger als die gebrannten Steine aus der Ziegelh\u00fctte. Die f\u00fcr die D\u00e4cher ben\u00f6tigten Ziegeln kamen aus der Ziegelh\u00fctte. Als die Ziegelh\u00fctte an Bedeutung verlor, wurde sie 1837 abgerissen.<\/p>\n\n\n\n<p>Am 20. Mai 1838 ersuchte der Samenh\u00e4ndler Johannes Gr\u00fcbel I. (1806-1893) um \u00dcberlassung eines Hausplatzes zur Errichtung eines Hauses und einer Ziegelh\u00fctte an der Mannheimer-D\u00fcrkheimer Stra\u00dfe, der sp\u00e4teren Hauptstra\u00dfe von Maxdorf.<\/p>\n\n\n\n<p>Nach den Gemeinderatsbeschl\u00fcssen vom 17. April 1939 und 29.Januar 1842 und einem Gutachten des Gemeinderates von Lambsheim mit Datum 12. November 1845 (so lange dauerte es wirklich) erhielt Johannes Gr\u00fcbel die Zustimmung zum Erwerb des Grundst\u00fcckes. Der Kaufpreis durfte in 3 Raten bezahlt werden.<\/p>\n\n\n\n<p>So entstanden auf dem Gel\u00e4nde zwischen der Hauptstra\u00dfe 55-57, Bleichstra\u00dfe 2 und Sohlstra\u00dfe 2 und 4 im Jahr 1838 ein Wohnhaus mit Gastst\u00e4tte, 1839 eine Ziegelh\u00fctte mit Brennofen und Samend\u00f6rre sowie 1842 eine Scheune.<\/p>\n\n\n\n<p>Johannes Gr\u00fcbel kaufte 1843 das angrenzende Gel\u00e4nde, Hauptstra\u00dfe 61-67, westlich hinzu und baut eine gro\u00dfe Ziegelh\u00fctte mit einem Brennofen.<\/p>\n\n\n\n<p>Sohn Georg Gr\u00fcbel (1841-1914) \u00fcbernahm 1870 das Unternehmen. Der Betrieb der alten Ziegelh\u00fctte wurde um 1912 eingestellt und das Bauwerk wurde dem Zerfall \u00fcberlassen.<\/p>\n\n\n\n<p>Am 1.Mai 1951 wurde die Ruine der letzten Ziegelh\u00fctte in der Hauptstra\u00dfe in Maxdorf durch ein Gro\u00dffeuer vollst\u00e4ndig zerst\u00f6rt.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><a href=\"https:\/\/www.maxdorfer-geschichte.de\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/Ziegelhuette.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"745\" src=\"https:\/\/www.maxdorfer-geschichte.de\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/Ziegelhuette-1024x745.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-1972\" srcset=\"https:\/\/www.maxdorfer-geschichte.de\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/Ziegelhuette-1024x745.jpg 1024w, https:\/\/www.maxdorfer-geschichte.de\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/Ziegelhuette-300x218.jpg 300w, https:\/\/www.maxdorfer-geschichte.de\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/Ziegelhuette-768x559.jpg 768w, https:\/\/www.maxdorfer-geschichte.de\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/Ziegelhuette-750x546.jpg 750w, https:\/\/www.maxdorfer-geschichte.de\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/Ziegelhuette.jpg 1093w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><\/a><figcaption class=\"wp-element-caption\">Foto von Otto Reis zeigt die Ruine der Ziegelh\u00fctte vor dem Gro\u00dfbrand <\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p>Die Ziegelh\u00fctten brannten Ziegeln und Kalk. Des Weiteren wurden kleinere Mengen Backsteine hergestellt. Zus\u00e4tzlich wurde in den Samend\u00f6rren die im Wald gesammelten Kiefernzapfen ged\u00f6rrt, um Samen zu gewinnen und zu verkaufen. Das Gesch\u00e4ft mit Samen war sehr eintr\u00e4glich.<\/p>\n\n\n\n<p>In der Ziegelei wurden Brennmeister, Ziegler, Kalkbrenner, St\u00fcckwerker und Backsteinmacher besch\u00e4ftigt und boten so vielen Menschen Arbeit, um ihren Lebensunterhalt zu bestreiten. Die Arbeit war sehr schwer und mit bis zu 16 Stunden<br>kein Zuckerschlecken.<\/p>\n\n\n\n<p>Fuhrleute holten die ben\u00f6tigten Materialien wie Erde aus Freinsheim und Kalksteine aus Kallstadt mit zeitweise mit bis zu 20 Fuhrwerken (darunter waren 12 eigene Pferde) ab und brachten sie bei schwierigsten Stra\u00dfenverh\u00e4ltnissen zu den Ziegeleien.<\/p>\n\n\n\n<p>Die anf\u00e4nglich gute Entwicklung der Ziegelh\u00fctten wurde durch die rasante Entwicklung der umliegenden St\u00e4dte Ludwigshafen und Mannheim wesentlich mitgepr\u00e4gt. Durch die gro\u00dfe Konkurrenz angrenzender Ziegeleien und dem raschen technologischen Fortschritt verlor die Maxdorfer Ziegelh\u00fctte ihre Wirtschaftlichkeit und wurde aufgegeben und geschlossen.<\/p>\n\n\n\n<p>Bericht: Ferdinand Fiedler<br>Quellen: Die Maxdorfer Ortsgeschichte von Walter Sattel sowie Archivmaterial Verein f\u00fcr Geschichte Maxdorf 2010 e.V.<br>Bild: Otto Reis im Besitz Verein f\u00fcr Geschichte und Kultur Maxdorf 2010 e.V.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Im Fr\u00fchjahr des Jahres 1819 standen um den Flo\u00dfbach im Bereich der Ziegelstra\u00dfe bis zur Fu\u00dfg\u00f6nheimer Stra\u00dfe\/Bleichstra\u00dfe einige H\u00e4user. Diese waren, wie damals \u00fcblich aus nicht gebrannten Lehmziegeln und deshalb nicht sehr haltbar. 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