{"id":1903,"date":"2025-11-05T15:15:31","date_gmt":"2025-11-05T13:15:31","guid":{"rendered":"https:\/\/www.maxdorfer-geschichte.de\/?p=1903"},"modified":"2025-11-05T15:16:34","modified_gmt":"2025-11-05T13:16:34","slug":"der-steinige-weg-zur-selbstaendigkeit","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.maxdorfer-geschichte.de\/?p=1903","title":{"rendered":"Der steinige Weg zur Selbst\u00e4ndigkeit"},"content":{"rendered":"\n<p>Bereits nach der Namensgebung von Maxdorf im Jahr 1819 versuchten die Bewohner des Ortsteils Maxdorf, sich von der Gemeinde Lambsheim zu l\u00f6sen und eine selbstst\u00e4ndige Ortsverwaltung anzustreben.<\/p>\n\n\n\n<p>Nach vielen wiederholten Anl\u00e4ufen diese Unterfangen in die Tat umzusetzen, gelang erstmals im Jahr 1901 eine Teill\u00f6sung mit der Schaffung eines eigenen Standesamtbezirkes, Maxdorf II, mit Wirkung zum 01.04.1901, zu erreichen. Zum ersten Standes-beamten wurde Hermann Leonhardt I. bestimmt, sein Stellvertreter war Andreas Brendel.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Bem\u00fchungen der Gemeinde Maxdorf um Selbst\u00e4ndigkeit nahm ab 1906 wieder an Fahrt auf, wurde aber von den Lambsheimer Ratsmitgliedern wegen Gemarkungs-, Verm\u00f6gens- und Schuldenkl\u00e4rungsfragen jahrelang blockiert und abgelehnt.<\/p>\n\n\n\n<p>Der f\u00fcr Maxdorf zust\u00e4ndige B\u00fcrgermeister Theobald Hauck unternahm 1933 einen neuen Vorsto\u00df eine Trennung von Lambsheim zu erreichen. In der Sitzung des Gemeinderates am 07. Juni 1933 brachte er einen entsprechend begr\u00fcndeten Antrag ein. Der Gemeinderat stimmte diesem Antrag grunds\u00e4tzlich zu. In seiner n\u00e4chsten Sitzung am 25.08.1933 gab es den einstimmigen Beschluss: Als Ma\u00dfstab f\u00fcr die Teilung von Verm\u00f6gen und Schulden soll die Einwohnerzahl der beiden Orte nach der Volksz\u00e4hlung vom 16.06.1933 zugrunde gelegt werden. Hiernach fallen auf Lambsheim 63, auf Maxdorf 37 Anteile.<\/p>\n\n\n\n<p>Der in der Steuergemeinde Bad D\u00fcrkheim gelegene Heidefeldwald soll nicht geteilt werden, wogegen der in den Gemarkungen Lambsheim und Weisenheim am Sand gelegene Wald wom\u00f6glich geteilt werden soll. Als Gemarkungsgrenze soll die im Jahre 1901 bei Bildung des Standesamtes in Maxdorf festgelegte Standesamts-grenze gelten.<\/p>\n\n\n\n<p>Von der 1890 ha gro\u00dfen Gemarkung w\u00fcrden sonach 1215 ha auf Lambsheim und 675 ha auf Maxdorf entfallen.<br>Um den Wert der gemeindlichen Grundst\u00fccke zu ermitteln, wurde eine Kommission gebildet, die nach Bedarf durch ein unparteiisches Schiedsgericht erg\u00e4nzt werden solle.<\/p>\n\n\n\n<p>Da bis zum Ausbruch des 2. Weltkrieges keine Entscheidung gefallen war, stand bis auf weiteres keine Debatte mehr an.<\/p>\n\n\n\n<p>Nach dem Krieg wurde der Ortsteil Maxdorf bei den anstehenden Infrastrukturma\u00dfnahmen im Verh\u00e4ltnis zu seiner Steuerkraft und seinem Einwohneranteil gegen\u00fcber Lambsheim weiter benachteiligt. Von den Maxdorfer B\u00fcrgern wurde diese Benachteiligung bem\u00e4ngelt und sie dr\u00e4ngten auf eine schnelle Trennung von der Muttergemeinde.<\/p>\n\n\n\n<p>Am 19. September 1950 einigten sich die Maxdorfer Parteien auf eine Dreierkommmission. Diese setzte sich aus Johannes Tott (SPD), Hermann Guhmann (CDU) und Karl Scherr (KPD) zusammen.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><a href=\"https:\/\/www.maxdorfer-geschichte.de\/wp-content\/uploads\/2025\/11\/Gremium_Selbststaendigkeit.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"817\" src=\"https:\/\/www.maxdorfer-geschichte.de\/wp-content\/uploads\/2025\/11\/Gremium_Selbststaendigkeit-1024x817.jpg\" alt=\"\n\" class=\"wp-image-1902\" title=\"Titel\" srcset=\"https:\/\/www.maxdorfer-geschichte.de\/wp-content\/uploads\/2025\/11\/Gremium_Selbststaendigkeit-1024x817.jpg 1024w, https:\/\/www.maxdorfer-geschichte.de\/wp-content\/uploads\/2025\/11\/Gremium_Selbststaendigkeit-300x239.jpg 300w, https:\/\/www.maxdorfer-geschichte.de\/wp-content\/uploads\/2025\/11\/Gremium_Selbststaendigkeit-768x613.jpg 768w, https:\/\/www.maxdorfer-geschichte.de\/wp-content\/uploads\/2025\/11\/Gremium_Selbststaendigkeit-750x598.jpg 750w, https:\/\/www.maxdorfer-geschichte.de\/wp-content\/uploads\/2025\/11\/Gremium_Selbststaendigkeit.jpg 1196w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><\/a><\/figure>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center\">Die Abbildung zeigt von links nach rechts am 07.10.1952 vor dem Landtagsgeb\u00e4ude in Mainz: <br>Dr. Johann Durm, Vorsitzender des CDU Kreisverbandes Frankenthal, Johannes Tott SPD, <br>Georg Heilmann FDP, Karl Scherr KPD, Hermann Guhmann CDU<\/p>\n\n\n\n<p>Das Ziel dieses Gremiums war es, die Fraktionen des Landtags f\u00fcr das Anliegen der Erlangung der Selbst\u00e4ndigkeit zu gewinnen und die Abl\u00f6sung von Lambsheim mit allem Nachdruck zu betreiben. Im Jahr 1952 wurde die Kommission um Georg Heilmann, den Vertreter der neu in Maxdorf gegr\u00fcndeten FDP erweitert.<\/p>\n\n\n\n<p>Der am 07. November 1950 von den Maxdorfer Ratsmitglieder gestellte Antrag an den Gemeinderat Lambsheim-Maxdorf, bez\u00fcglich der \u201eTrennung der Gemeinde Lambsheim-Maxdorf und Bildung des Ortsteils Maxdorf zur selbst\u00e4ndigen Landgemeinde\u201c wurde bei der Sitzung des Rates am 22.12.1950 mehrheitlich zugestimmt und dieser sofort \u00fcber das Landratsamt Frankenthal an die Bezirksregierung weitergeleitet. Durch diese schnelle Weiterleitung war eine Meinungs\u00e4nderung der vier CDU-Vertreter von Lambsheim in der Sitzung am 02.02.1951 (sie h\u00e4tten ihre Meinung inzwischen ge\u00e4ndert) mit einer heftigen Emp\u00f6rung der Maxdorfer B\u00fcrger beantwortet worden. Eine von Maxdorf kurzfristig angesetzte Volksbefragung im M\u00e4rz 1951 hatte zum Ergebnis, dass von 1583 wahlberechtigten B\u00fcrgern 1484 f\u00fcr und lediglich 26 dagegen stimmten.<\/p>\n\n\n\n<p>Bei der Besprechung am 14.08.1951 im Lambsheimer Rathaus waren Vertreter der Landesregierung, der Bezirksregierung, des Landkreises, B\u00fcrgermeister Wingerter von Lambsheim und Hugo Kraft, der 2. Beigeordnete von Maxdorf, anwesend.<\/p>\n\n\n\n<p>Es wurde \u00fcbereinstimmend festgestellt, dass die Lebensf\u00e4higkeit beider Ortsteile auch nach einer Trennung gegeben ist. Nach einem Ortstermin am 30.10.1951 kam das Ministerium des Innern zur \u00dcberzeugung, \u201edass die Bildung einer eigenen Gemeinde Maxdorf aus Gr\u00fcnden des \u00f6ffentlichen Wohles nicht nur gerechtfertigt, sondern sogar notwendig sei\u201c.<\/p>\n\n\n\n<p>Das \u201eLandesgesetz \u00fcber die Bildung einer Gemeinde Maxdorf, Kreis Frankenthal<br>vom 15. Oktober 1952\u201c wurde am 07.10.1952 einstimmig verabschiedet und trat mit Wirkung vom 01. Oktober 1952 in Kraft. Unterzeichnet wurde das Gesetz am 15. Oktober 1952 von Ministerpr\u00e4sident Altmeier.<\/p>\n\n\n\n<p>Im Anschluss an die Verk\u00fcndigung bestellte der Landrat Hammer den Maxdorfer Hugo Kraft gem\u00e4\u00df \u00a7 117 der Gemeindeordnung zum \u201eBeauftragten der Gemeinde Maxdorf\u201c. Sechs Wochen sp\u00e4ter, am 28.11.1952 wurde Hugo Kraft vom neu gew\u00e4hlten Gemeinderat zum B\u00fcrgermeister gew\u00e4hlt.<\/p>\n\n\n\n<p>Bericht: Ferdinand Fiedler<br>Quelle: Die Maxdorfer Ortsgeschichte von Walter Sattel<br>Foto: Archiv Verein f\u00fcr Geschichte und Kultur Maxdorf 2010 e.V.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Bereits nach der Namensgebung von Maxdorf im Jahr 1819 versuchten die Bewohner des Ortsteils Maxdorf, sich von der Gemeinde Lambsheim zu l\u00f6sen und eine selbstst\u00e4ndige Ortsverwaltung anzustreben. 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