{"id":1883,"date":"2025-06-28T10:59:09","date_gmt":"2025-06-28T08:59:09","guid":{"rendered":"https:\/\/www.maxdorfer-geschichte.de\/?p=1883"},"modified":"2025-06-28T10:59:10","modified_gmt":"2025-06-28T08:59:10","slug":"eine-wahre-geschichte","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.maxdorfer-geschichte.de\/?p=1883","title":{"rendered":"Eine wahre Geschichte"},"content":{"rendered":"\n<p>Aufgeschrieben im Jahr 2005 von Alois Sattel<\/p>\n\n\n\n<p>Es war einmal in der Brotmarkenzeit. Ein alter B\u00e4cker (75) und ein kleiner Junge (10). Der B\u00e4cker stand ab 3:00 Uhr in der Backstube, um den Teig f\u00fcr ca. 40 St\u00fcck Schwarzbrot von Hand zu kneten.<\/p>\n\n\n\n<p>Gleichzeitig heizte er den Backofen mit 3-4 Zentnern Briketts, die der Junge einen Tag vorher klein geklopft hatte.<\/p>\n\n\n\n<p>Nach dem Backen der Brote, ab 7:00 Uhr, kamen die Bauern mit gro\u00dfen K\u00f6rben, um ihr Brot backen zu lassen.<\/p>\n\n\n\n<p>Der B\u00e4cker war Karl Sch\u00e4fer in Maxdorf. Der Junge war ich.<\/p>\n\n\n\n<p>Das war die zentrale Begebenheit meiner Kindheit. 5 Jahre lang, von 1942 bis 1947.<\/p>\n\n\n\n<p>Die anschlie\u00dfende Kindergartenzeit und die ersten 3 Jahre Schulzeit verliefen v\u00f6llig normal.<\/p>\n\n\n\n<p>Aber dann wurde es interessant. 1942 war ich tags\u00fcber als Feriengast in der B\u00e4ckerei Karl Sch\u00e4fer aufgenommen. Nach den Ferien wurde ich \u201efest angestellt\u201c. Ich erhielt als \u201eGehalt\u201c in der Woche 5.00 DM, davon dufte ich 50 Pfenning behalten.<\/p>\n\n\n\n<p>Der Haushalt bestand aus dem Vater Karl, Tochter Marie, Schwiegersohn Alois Burgey, Enkelin Hildegard, Hausangestellte Elise Sattel und mir. Nach Kriegsende kamen Mittags- und Abendg\u00e4ste hinzu. Zahnarzt Karl Zurborn und Lehrerin Lotte Bethke.<\/p>\n\n\n\n<p>Mein Tagesablauf: Mausefallen im Mehlspeicher leeren, pro Tag ca. 6-10 St\u00fcck. Brotk\u00f6rbe von Kunden annehmen und sp\u00e4ter wieder ausgeben. F\u00fcr 2 Schweine t\u00e4glich Stroh von der Scheune herunterwerfen und hernach Hof kehren. Im Sommer 3 Eimer Wasser auf den Aschehaufen leeren, damit die Schweine suhlen konnten, dabei aufpassen, dass sie nicht durchgingen.<\/p>\n\n\n\n<p>In der Kriegszeit hatten wir etwa 27 Kellerg\u00e4ste bei bis zu 3 Fliegeralarmen t\u00e4glich.<\/p>\n\n\n\n<p>Kellerg\u00e4ste ab 1942 waren: Bernhard Lisa und Frieda, Katharina Guhmann und Tott Irma, Sattel Marie und Martin, Kohl Ludwig und Susanne, Reis Anna und Lieselotte, Drumm Anna, Nester Barbara und Karl, Anna, Wilma und Rosel, Sattel Maria und Alois, Alois, Maria, Hildegard und Alfons, Sch\u00e4fer Marie, Alois, Hildegard und Sattel Elise, Anna und Kohl.<\/p>\n\n\n\n<p>Morgens habe ich wieder aufger\u00e4umt. Im Keller war bis zu 20 cm Druckwasser. Dies musste t\u00e4glich abgepumpt werden.<\/p>\n\n\n\n<p>Nach 1945 kam hinzu: 40 Brote bei Heinrich Sch\u00e4fer, Maxstra\u00dfe 9 holen. Gem\u00fcse von Maxdorf in Weisenheim\/Sand gegen Wein eintauschen. Die Zeit wurde hektisch. Der Tauschhandel bl\u00fchte.<\/p>\n\n\n\n<p>Meine erste Erinnerung ist der Umzug Mitte 1935 von der Einzimmerwohnung in der Lambsheimer Stra\u00dfe 9 in das Haus in der Maxstra\u00dfe 33. Ich war 2 Jahre alt und durfte auf der Umzugsrolle mitfahren. Meine Schwester Maria war 3 Jahre alt und wurde im Kinderwagen hinterhergefahren. Das war die zentrale Begebenheit meiner Kindheit, 5 Jahre lang von 1942 bis 1947.<\/p>\n\n\n\n<p>Ich war am 25. Dezember 1937 im Alter von 4 Jahren bei den Gro\u00dfeltern untergebracht. Auf dem Heimweg sp\u00e4t abends sagte mein Vater:<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eDu hast ein Br\u00fcderchen bekommen\u201c. Ich protestierte: \u201eDas geht nicht, wir haben doch nur 5 Gabeln\u201c. Wir haben dann doch keine 6 Gabeln gebraucht, denn Leo starb im Alter von nur 5 Monaten.<\/p>\n\n\n\n<p>Soweit die Aufzeichnungen \u00fcber meine Kindheit.<\/p>\n\n\n\n<p>F\u00fcr die Seite des Vereins aufgearbeitet: Ferdinand Fiedler<\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Aufgeschrieben im Jahr 2005 von Alois Sattel Es war einmal in der Brotmarkenzeit. Ein alter B\u00e4cker (75) und ein kleiner Junge (10). Der B\u00e4cker stand ab 3:00 Uhr in der Backstube, um den Teig f\u00fcr ca. 40 St\u00fcck Schwarzbrot von Hand zu kneten. 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