{"id":1820,"date":"2024-12-23T16:36:06","date_gmt":"2024-12-23T14:36:06","guid":{"rendered":"https:\/\/www.maxdorfer-geschichte.de\/?p=1820"},"modified":"2024-12-23T16:36:07","modified_gmt":"2024-12-23T14:36:07","slug":"schreiben-an-den-gemeinderat-lambsheim-maxdorf-vom-15-oktober-1919","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.maxdorfer-geschichte.de\/?p=1820","title":{"rendered":"Schreiben an den Gemeinderat Lambsheim-Maxdorf vom 15. Oktober 1919"},"content":{"rendered":"\n<p>Betreff: Errichtung eines Spielplatzes bei der katholischen Oberschule, hier<br>Der Gemeinderat beschloss in seiner Sitzung vom 28.August lfd. Jahres aus einem Teil des Obstgartens bei der kathol. Oberschule dahier einen Spielplatz zu errichten und den verbleibenden Rest anderweitig zu verpachten. Die Unterzeichneten Katholiken Maxdorfs begr\u00fcssen wohl die Errichtung eines Spielplatzes im Interesse der Kinder, erheben jedoch gegen die Ausf\u00fchrung des 2. Punktes folgende wichtige Bedenken:<\/p>\n\n\n\n<ol class=\"wp-block-list\">\n<li>Hauptlehrer Gard ben\u00fctzte den Obstgarten vielfach zur Belehrung seiner Sch\u00fcler in der Obstbaumpflege. Dabei handelte es sich nicht bloss um das Okulieren und Pfropfen, das die Kinder wohl auch in der Schulstube und bei Unterrichtsg\u00e4ngen auf dem Felde erlernen konnten, sondern in erster Linie um die praktische Bet\u00e4tigung derselben im Setzen, Beschneiden, Ausputzen, Verj\u00fcngen etc. der Obstb\u00e4ume und besonders auch um die Kenntnis der Sch\u00e4dlinge und ihrer Bek\u00e4mpfung. Dass dies heute in Maxdorf, wo der Obstbau gerade in den Letzten Jahren einen so grossen Aufschwung genommen hat, von grosser Wichtigkeit ist, d\u00fcrfte jedem einleuchten. Um dieser Wichtigkeit willen, w\u00fcnschen wir, dass ein solcher Unterricht auch in Zukunft unseren Kindern verbleibt.<\/li>\n\n\n\n<li>Der Garten ist schon mehr als 70 Jahre mit der kathol. Schule (allerdings nicht als sogenanntes Schulgut) verbunden. Durch die Abtrennung desselben wird die Stelle minderwertig gegen\u00fcber den prot. Lehrstellen, welche 1908 ohne weiteres und ohne jede Gegenleistung G\u00e4rten bis zu 1200 m\u00b2 zugewiesen wurden. Der kathol. Stelle verbleibende Rest w\u00e4re dagegen nicht ganz 300 m\u00b2 gross. Der Unterricht in der Obstbaumzucht und Pflege bleibt denselben erhalten. Der Inhaber der kathol. Lehrstelle beh\u00e4lt einen Teil seines mit vieler M\u00fche und grossen Kosten angelegten Obstgartens, der mit dem Hausgarten zusammen, wenn auch nicht ganz, so doch ann\u00e4hernd der Gr\u00f6sse des Gartens bei der prot. Oberschule entspricht. Die Gemeinde hat wenig Kosten.<br>Wir betrachten es als einen selbstverst\u00e4ndlichen Akt der Billigkeit, wenn man die Inhaber der kathol. Oberschulstelle nicht schlechter stellt, als seine Kollegen dahier. Der Hinweis auf die Lehrer in Lambsheim d\u00fcrfte nicht stichhaltig sein, da dort die Boden-&amp; Grundst\u00fccksverh\u00e4ltnisse ganz anders gelagert sind als hier und die dortigen Inhaber von Dienstwohnungen ihre Stellen ohne Garten angetreten haben. Im Zusammenhang damit verweisen wir auch auf die Tatsache, dass der Gemeinderat seinerseits in sch\u00e4tzenswerter Liberalit\u00e4t grosse und ansehnliche Grundst\u00fccke den beiden Kultusgemeinden dahier \u00fcberliess, was in Lambsheim unm\u00f6glich w\u00e4re.<br>Nach Besprechung mit Hauptlehrer Gard und mit dessen Zustimmung erlauben wir uns nun dem Gemeinderat folgenden Vergleichsvorschlag zu machen, der nach allen Seiten befriedigen d\u00fcrfte:<br>Bei kaltem, rauhen, oder regnerischem Wetter m\u00fcssen sich unsere Schulkinder, da im Schulhaus kein Gang vorhanden, w\u00e4hrend der Pause in der dumpfen Schulstube aufhalten, die dann nicht gen\u00fcgend gel\u00fcftet werden kann. Um diesem \u00dcbelstand abzuhelfen, will Hauptlehrer Gard den vorderen Teil der Schulscheuer (die Tenne) zur Verf\u00fcgung stellen. Dieselbe k\u00f6nnte oben und auf der Seite mit Brettern zugemacht werden und so den Kindern bei schlechtem Wetter als Aufenthalt dienen, zugleich aber auch als Durchgang zu dem hinter der Scheuer zu errichtenden Spielplatze, sodass die Kinder nicht \u00fcber die Strasse br\u00e4uchten. Links vom hinteren Ausgang der Scheuer k\u00f6nnte man durch den ganzen Garten bis zum Anwesen des Joh. Guhmann VII. einen Zaun erstellen, der den Spielplatz von den \u00fcbrigen G\u00e4rten trennt. Aus dem Spielplatze br\u00e4uchte nur eine Reihe niedriger B\u00e4ume entfernt werden. Die gr\u00f6sseren k\u00f6nnten stehen bleiben. Dieser Spielplatz w\u00fcrde bei ca. 50 m L\u00e4nge und 7m Breite etwa 350 m\u00b2 gross sei, also vollst\u00e4ndig ausreichen f\u00fcr 50-60 Schulkinder. Der restlich verbleibende Obstgarten k\u00f6nnte dann dem jeweiligen Inhaber der Schulstelle ganz gut zur weiteren Ben\u00fctzung \u00fcberlassen werden.<br>Wenn der Gemeinderat, wie wir hoffen, diesem unserem Vorschlag zustimmt, wird allen Teilen geb\u00fchrend Rechnung getragen:<br>Wir ersuchen um die Ber\u00fccksichtigung unseres Vorschlages.<\/li>\n<\/ol>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<p>Bericht: Ferdinand Fiedler (das Schreiben ist in der damaligen Form wiedergegeben)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Betreff: Errichtung eines Spielplatzes bei der katholischen Oberschule, hierDer Gemeinderat beschloss in seiner Sitzung vom 28.August lfd. Jahres aus einem Teil des Obstgartens bei der kathol. Oberschule dahier einen Spielplatz zu errichten und den verbleibenden Rest anderweitig zu verpachten. 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