{"id":1773,"date":"2024-05-02T13:20:04","date_gmt":"2024-05-02T11:20:04","guid":{"rendered":"https:\/\/www.maxdorfer-geschichte.de\/?p=1773"},"modified":"2024-05-02T13:20:05","modified_gmt":"2024-05-02T11:20:05","slug":"geht-die-zeit-der-uznamen-zu-ende","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.maxdorfer-geschichte.de\/?p=1773","title":{"rendered":"Geht die Zeit der \u201eUznamen\u201c zu Ende?"},"content":{"rendered":"\n<p><strong>Geschichte(n) der \u201eUznamen\u201c in Maxdorf<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-black-color has-text-color has-link-color wp-elements-4fefbcbe4d50235bdfa7dfc6d4f3f73f\">Solange ich mich erinnern kann, gibt es in Maxdorf Uznamen. In meiner Jugend war es normal, dass man fast alle Personen im Ort kannte, aber nicht unbedingt mit dem Familiennamen. Als Kind wurde man nicht ins Sanit\u00e4rwarengesch\u00e4ft Guhmann, sondern zum &#8222;<strong>Hamburger<\/strong>\u201c geschickt und beim &#8222;<strong>Eddl<\/strong>\u201c gab es Haushaltswaren und Gasflaschen.<\/p>\n\n\n\n<p>So gut wie alle im Ort hatten einen \u201eUznamen\u201c. Dieser war meist dem jeweiligen Charakter des so genannten geschuldet. Unter &#8222;<strong>Tomadeoddl<\/strong>, <strong>Babbegei<\/strong>, <strong>Lachschd\u00e4ngel<\/strong>, <strong>Schwadem\u00e4gel<\/strong>, <strong>Fuggel<\/strong>\u201c oder &#8222;<strong>Itsches<\/strong>\u201c waren diese Namen jedem im Dorf ein Begriff.<\/p>\n\n\n\n<p>Manche Namen waren wie ein Ritterschlag und wurden von den jeweiligen Personen auch so gesehen und dementsprechend benahmen sie sich.<\/p>\n\n\n\n<p>Uznamen sind im Allgemeinen unter dem Begriff Spitzname bekannt.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Uznamen beschreiben das Wesen, die Eigenarten, Ereignisse aus dem Leben usw. ihrer Tr\u00e4ger. All diese Namen waren in der Regel liebevolle Beschreibungen und Erkl\u00e4rungen der mit Uznamen belegten Personen. So gesehen waren sie auch nicht ehrenr\u00fchrig und es f\u00fchlte sich niemand in seiner Ehre gekr\u00e4nkt. Im Dialekt ausgesprochen sind sie wahre Ohrw\u00fcrmer.<\/p>\n\n\n\n<p>Wer vom \u201c<strong>Orgel<\/strong>\u201c sprach, meinte Otto Zimmermann, welcher einst den Beruf des Orgelbauers erlernen wollte, die Lehre aber abbrach. Sein Sohn Johannes wurde ebenfalls &#8222;<strong>Orgel<\/strong>\u201c genannt und hat mit seiner Familie bei einem Kerweumzug in Maxdorf auf einem landwirtschaftlichen Anh\u00e4nger zur Belustigung der Zuschauer eine Drehorgel vorgef\u00fchrt.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-full\"><a href=\"https:\/\/www.maxdorfer-geschichte.de\/wp-content\/uploads\/2024\/05\/Orgel.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"980\" height=\"685\" src=\"https:\/\/www.maxdorfer-geschichte.de\/wp-content\/uploads\/2024\/05\/Orgel.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-1775\" srcset=\"https:\/\/www.maxdorfer-geschichte.de\/wp-content\/uploads\/2024\/05\/Orgel.jpg 980w, https:\/\/www.maxdorfer-geschichte.de\/wp-content\/uploads\/2024\/05\/Orgel-300x210.jpg 300w, https:\/\/www.maxdorfer-geschichte.de\/wp-content\/uploads\/2024\/05\/Orgel-768x537.jpg 768w, https:\/\/www.maxdorfer-geschichte.de\/wp-content\/uploads\/2024\/05\/Orgel-750x524.jpg 750w\" sizes=\"auto, (max-width: 980px) 100vw, 980px\" \/><\/a><figcaption class=\"wp-element-caption\"> Johannes Zimmermann, genannt &#8222;<strong>Orgel<\/strong>\u201c, mit Familie beim Kerweumzug in Maxdorf<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p>\u00dcberhaupt, viele der &#8222;Uznamentr\u00e4ger\u201c waren es gewohnt, auf die Schippe genommen zu werden und mancher hat regelrecht mit seinem Namen kokettiert. Klingen Namen wie &#8222;<strong>Eismarie<\/strong>, <strong>Huschdegudsel<\/strong>, <strong>Schwolleschee<\/strong>\u201c oder gar &#8222;<strong>Schesslonbobb<\/strong>\u201c nicht wirklich sehr melodisch, ja fast liebevoll?<\/p>\n\n\n\n<p>Mittlereile sind im Ort so viele Einwohner hinzugekommen, von denen viele nicht einmal mehr wissen, wer ihre direkten Nachbarn sind. Dementsprechend kommen kaum noch neue Namen hinzu und die Uznamen und ihre Namenstr\u00e4ger geraten langsam in Vergessenheit.<\/p>\n\n\n\n<p>Dies ist sehr schade, zeugen sie doch von engen gesellschaftlichen, oft auch famili\u00e4ren Verh\u00e4ltnissen.<\/p>\n\n\n\n<p>Auch der Dialekt wird kaum noch wirklich beherrscht, geschweige denn gesprochen. So ist es auch mit den eigenen Enkeln. Diese lernen bereits im Kindergarten hochdeutsch zu sprechen und k\u00f6nnen im besten Fall noch unseren Dialekt verstehen, aber mit dem Sprechen hapert es dann.<\/p>\n\n\n\n<p>Wir \u00c4lteren sind mit unserem Dialekt aufgewachsen und haben ihn selbst in der Schule \u00fcberwiegend gesprochen. Wir sind, auch was die Rechtschreibung anbetrifft, gut damit zurechtgekommen und unser \u201edeutsch\u201c im Diktat hat nicht darunter gelitten. Schade w\u00e4re es, gingen diese Werte verloren. Es liegt an uns auch diese Dinge zu bewahren.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-small-font-size\">Bericht: Ferdinand Fiedler<br>Foto: Verein f\u00fcr Geschichte und Kultur Maxdorf 2010 e. V.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Geschichte(n) der \u201eUznamen\u201c in Maxdorf Solange ich mich erinnern kann, gibt es in Maxdorf Uznamen. In meiner Jugend war es normal, dass man fast alle Personen im Ort kannte, aber nicht unbedingt mit dem Familiennamen. 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