{"id":1669,"date":"2023-02-19T14:13:50","date_gmt":"2023-02-19T12:13:50","guid":{"rendered":"https:\/\/www.maxdorfer-geschichte.de\/?p=1669"},"modified":"2023-02-19T14:13:50","modified_gmt":"2023-02-19T12:13:50","slug":"wie-alles-begann","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.maxdorfer-geschichte.de\/?p=1669","title":{"rendered":"Wie alles begann"},"content":{"rendered":"\n<p>In der Zeit, als es noch nicht so viele Stra\u00dfen gab, war es ganz selbstverst\u00e4ndlich, dass man Transportg\u00fcter auch \u00fcber den Wasserweg, sprich B\u00e4che, Triftkan\u00e4le und dergleichen transportierte.<\/p>\n\n\n\n<p>So war es auch im Falle der D\u00fcrkheimer Saline Philippshall.<\/p>\n\n\n\n<p>Das in gro\u00dfen Mengen f\u00fcr die Verdampfung der Sole ben\u00f6tigte Brennholz wurde aus dem Pf\u00e4lzer Wald geholt.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Besitzer der W\u00e4lder um Bad D\u00fcrkheim verlangten aber derma\u00dfen viel Geld, dass sich der damalige Regent der Kurpfalz, Kurf\u00fcrst Karl Philipp entschloss, einen Verbindungskanal von Schifferstadt bis Lambsheim unter Einbeziehung der vorhandenen B\u00e4che, anzulegen. So konnte er sein eigenes Holz aus den W\u00e4ldern um Neustadt transportieren lassen.<\/p>\n\n\n\n<p>In den Jahren 1740 bis 1743 entstand auf Gehei\u00df von Georg Franz Gl\u00f6ckle ein Flo\u00dfkanal, welcher durch fronverpflichtete Bauern gebaut wurde. Im Laufe der Geschichte f\u00fchrte der Kanal unterschiedliche Namen: Haardtgraben, Neugraben, Flo\u00dfkanal, Holzbach oder Triftbach, bis er schlie\u00dflich als \u201eFlo\u00dfbach\u201c bis heute allen bekannt war.<\/p>\n\n\n\n<p>Auf ihm wurde dann das Holz aus dem Wald um Lambrecht bei Neustadt bis Fu\u00dfg\u00f6nheim und sp\u00e4ter an den Alten Holzhof, welcher als Wohnhaus des Holzz\u00e4hlers Claudius Loyet diente, getriftet.<\/p>\n\n\n\n<p>Das Geb\u00e4ude wurde 1746\/47 als zweist\u00f6ckiges aus Ziegelsteinen bestehendes Haus gebaut.<\/p>\n\n\n\n<p>Im Erd- als auch im Obergescho\u00df gab es je zwei Zimmer und eine K\u00fcche und war komplett unterkellert. Dazu geh\u00f6rten eine Scheune, ein B\u00fcrogeb\u00e4ude sowie Stallungen f\u00fcr das Vieh.<\/p>\n\n\n\n<p>Ein Pumpbrunnen im Innenraum des Hofes sorgte f\u00fcr das ben\u00f6tigte Frischwasser.<\/p>\n\n\n\n<p>Das Geb\u00e4ude wurde auch als Gasthaus f\u00fcr die Durchreisenden genutzt.<\/p>\n\n\n\n<p>Der Holzhof diente nach damaligen Vorschriften auch als Binnen-Zollstation. F\u00fcr die Erhebung des Zolls war der Holzz\u00e4hler zust\u00e4ndig, was durch Eintragungen in alten Akten belegt ist.<\/p>\n\n\n\n<p>Claudius Loyet war auch als \u201eChauseez\u00f6ller\u201c f\u00fcr die Stra\u00dfe von Oggersheim nach Bad D\u00fcrkheim zust\u00e4ndig, die Anfang 1768 kurz vor der Fertigstellung stand. Auf ihr wurde dann das Holz, welches man aus dem Flo\u00dfbach holte, mittels Pferdefuhrwerken nach Bad D\u00fcrkheim in die Saline gebracht.<\/p>\n\n\n\n<p>Im Siebenj\u00e4hrigen Krieg (1756 \u2013 1763), als franz\u00f6sische Truppen durch die Vorderpfalz zogen und mit Gewalt die Einquartierung erzwangen, musste Familie Loyet viel Leid ertragen.<\/p>\n\n\n\n<p>Im franz\u00f6sischen Revolutionskrieg (1792 \u2013 1794) litt die Bev\u00f6lkerung unter den Will-k\u00fcrma\u00dfnahmen durch die verb\u00fcndeten deutschen und franz\u00f6sischen Truppen.<\/p>\n\n\n\n<p>Nach der Zerst\u00f6rung des Holzhofes im Jahre 1794, wo alle Bewohner geflohen waren, begann 16 Jahre sp\u00e4ter eine vorsichtige Besiedlung des ehemaligen Holzhofplatzes.<\/p>\n\n\n\n<p>Um 1810 bat Maximilian Werling aus Lambsheim schriftlich bei der franz\u00f6sischen Besatzungsbeh\u00f6rde um die Erlaubnis, am ehemaligen Alten Holzhof zwei Wohnh\u00e4user errichten zu d\u00fcrfen.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Beh\u00f6rde erteilte die Genehmigung und Maximilian Werling errichtete an der S\u00fcdseite der Chaussee (heute Hauptstra\u00dfe) zwischen Flo\u00dfbach und der heutigen Ziegelstra\u00dfe zwei kleine Lehmh\u00e4user.<\/p>\n\n\n\n<p>Er selbst bewohnte von 1810 bis 1828 mit seiner Familie eines der beiden H\u00e4uschen.<\/p>\n\n\n\n<p>Das zweite Haus wurde von Johann Adam Bl\u00fcm aus Lambsheim und sp\u00e4ter an Stefan Loyet, einem Sohn von Claudius Loyet vermietet. Eine der Aufgaben des jeweiligen Mieters bestand darin, auf das hinter dem Haus gelagerte Holz aufzupassen und es zu bewachen.<\/p>\n\n\n\n<p>Aber die beiden H\u00e4user hatten eine so schlechte Bausubstanz (sie bestanden aus ungebrannten Lehmsteinen), dass sie schon 1828 abgerissen werden mussten.<\/p>\n\n\n\n<p>Die n\u00e4chsten H\u00e4user wurden ab 1813 gebaut. Erst nach 1816\/17 wurden auch n\u00f6rdlich der Bachbr\u00fccke weitere H\u00e4user errichtet.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-full\"><a href=\"https:\/\/www.maxdorfer-geschichte.de\/wp-content\/uploads\/2023\/02\/Haus-Suedseite-Hauptstrasse.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"862\" height=\"617\" src=\"https:\/\/www.maxdorfer-geschichte.de\/wp-content\/uploads\/2023\/02\/Haus-Suedseite-Hauptstrasse.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-1670\" srcset=\"https:\/\/www.maxdorfer-geschichte.de\/wp-content\/uploads\/2023\/02\/Haus-Suedseite-Hauptstrasse.jpg 862w, https:\/\/www.maxdorfer-geschichte.de\/wp-content\/uploads\/2023\/02\/Haus-Suedseite-Hauptstrasse-300x215.jpg 300w, https:\/\/www.maxdorfer-geschichte.de\/wp-content\/uploads\/2023\/02\/Haus-Suedseite-Hauptstrasse-768x550.jpg 768w, https:\/\/www.maxdorfer-geschichte.de\/wp-content\/uploads\/2023\/02\/Haus-Suedseite-Hauptstrasse-750x537.jpg 750w\" sizes=\"auto, (max-width: 862px) 100vw, 862px\" \/><\/a><figcaption class=\"wp-element-caption\">Rechts das letzte Haus auf der S\u00fcdseite der Hauptstra\u00dfe vor dem Abriss<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p>Nun setzte die Gr\u00fcndung des Dorfes ein. Die Gemeinde Lambsheim wies den bauwilligen Interessenten bereitwillig Grundst\u00fccke zu. Die ersten Siedler neben den bereits genannten, waren die Familien Johannes Damm, Johannes Michael Durst, Ludwig Gerne, Georg Franz Sattel, Johannes Leva, Johannes Groh und Albert Kopp.<\/p>\n\n\n\n<p>Im Jahr 1817 gab es am Alten Holzhof bereits 17 Familien und im Mai 1819 etwa 50 H\u00e4user mit ca . 200 Einwohnern.<\/p>\n\n\n\n<p>Im Fr\u00fchjahr 1819 machte sich der Gemeinderat von Lambsheim Gedanken dar\u00fcber, welchen Namen man der neuen Ansiedlung geben k\u00f6nnte und fasste am 10. M\u00e4rz 1819 den Beschluss, dass der Ansiedlung der Name \u201eMaxdorf\u201c verliehen werden m\u00f6ge. Man stellte diesen Antrag an das K\u00f6nigliche Landkommissariat Frankenthal, welches den Antrag nach M\u00fcnchen weiterleitete.<\/p>\n\n\n\n<p>K\u00f6nig Maximilian Joseph I von Bayern unterzeichnete am 6. Mai 1819 die ihm vorgelegte Urkunde, durch welche Maxdorf seinen Namen erhielt.<\/p>\n\n\n\n<p>Im Jahr 2019 konnte Maxdorf seinen 200sten Geburtstag feiern. Maxdorf hat heute etwa 7200 Einwohner.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-small-font-size\">Bericht: Ferdinand Fiedler<br>Quelle: Die Maxdorfer Ortsgeschichte von Walter Sattel<br>Foto: Archiv Verein f\u00fcr Geschichte und Kultur Maxdorf 2010 e. V.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>In der Zeit, als es noch nicht so viele Stra\u00dfen gab, war es ganz selbstverst\u00e4ndlich, dass man Transportg\u00fcter auch \u00fcber den Wasserweg, sprich B\u00e4che, Triftkan\u00e4le und dergleichen transportierte. So war es auch im Falle der D\u00fcrkheimer Saline Philippshall. 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