{"id":1388,"date":"2020-11-04T14:56:33","date_gmt":"2020-11-04T12:56:33","guid":{"rendered":"https:\/\/www.maxdorfer-geschichte.de\/?p=1388"},"modified":"2020-11-04T14:56:35","modified_gmt":"2020-11-04T12:56:35","slug":"der-obelisk-von-maxdorf","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.maxdorfer-geschichte.de\/?p=1388","title":{"rendered":"Der Obelisk von Maxdorf"},"content":{"rendered":"\n<p>Vor dem Haupteingang des Friedhofes in Maxdorf befindet sich ein Kriegerdenkmal zur Erinnerung an die Kriege 1866 und 1870\/71. Es ist ein Obelisk mit einem Eisernen Kreuz an der Spitze, das erst 1902 errichtet wurde. <\/p>\n\n\n\n<p>Zuerst stand das Denkmal neben der Friedenseiche an der Kreuzung Hauptstra\u00dfe\/Mittelstra\u00dfe und wurde 1960 an seinem jetzigen Standort aufgestellt.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.maxdorfer-geschichte.de\/wp-content\/uploads\/2020\/11\/Obelisk.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-1389\" width=\"579\" height=\"774\" srcset=\"https:\/\/www.maxdorfer-geschichte.de\/wp-content\/uploads\/2020\/11\/Obelisk.jpg 308w, https:\/\/www.maxdorfer-geschichte.de\/wp-content\/uploads\/2020\/11\/Obelisk-224x300.jpg 224w\" sizes=\"auto, (max-width: 579px) 100vw, 579px\" \/><figcaption>Der Obelisk steht am Haupteingang zum Friedhof<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p>&#8222;Das Denkmal ist aus Granit und tr\u00e4gt auf vierstufigem Sockel als Hauptteil einen m\u00e4chtigen Quader. Auf seiner Vorderseite stehen die Worte \u201aZur Ehre Deutschlands\u2018. Die beiden Nebenseiten enthalten in alphabetischer Anordnung die Namen der 46 Kriegsteilnehmer. Auf der R\u00fcckseite steht \u201aMaxdorf 1902\u2018, das Jahr seiner Errichtung. \u00dcber dem Quader sitzt auf zwei Abstufungen ein abgestumpfter Obelisk mit den Angaben der Kriegsjahre 1866 und 1870\/71, dar\u00fcber das plastische Brustbild von K\u00f6nig Max I., dem Namensgeber und Protektor des Dorfes. Inzwischen wurde anstelle der B\u00fcste von K\u00f6nig Max I. ein gro\u00dfes Eisernes Kreuz aus Granit aufgesetzt.&#8220;<\/p>\n\n\n\n<p>(Zit. nach Johannes Hahn, Ortsgeschichte von Maxdorf, 1960, S. 50).<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"432\" height=\"324\" src=\"https:\/\/www.maxdorfer-geschichte.de\/wp-content\/uploads\/2020\/11\/Obelisk2.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-1390\" srcset=\"https:\/\/www.maxdorfer-geschichte.de\/wp-content\/uploads\/2020\/11\/Obelisk2.jpg 432w, https:\/\/www.maxdorfer-geschichte.de\/wp-content\/uploads\/2020\/11\/Obelisk2-300x225.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 432px) 100vw, 432px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<p>Der Maxdorf Obelisk entspricht den damaligen Vorstellungen eines Denkmals: ein freistehender, hoher, sich nach oben verj\u00fcngender monolithischer Granitpfeiler mit pyramidenf\u00f6rmiger Spitze.<\/p>\n\n\n\n<p>Diese Pfeiler wurden durch den \u00c4gyptenfeldzug Napoleons 1798 &#8211; 1801 auch in Europa bekannt. \u00dcber den Klassizismus und Biedermeier bis zu den Gr\u00fcnderjahren war es &#8222;Mode&#8220;, solche Kriegerdenkm\u00e4ler aufzustellen.<\/p>\n\n\n\n<p>Bereits 1895 wurde in Ruchheim ein Denkmal zur Erinnerung an den Krieg 1870\/71 errichtet. &#8222;Die Gestaltung (dieses) Denkmals mit dem aus Odenw\u00e4lder Granit gefertigten Obelisken entspricht Geist und Wesen jener Zeit. Auf der Vorderseite ist das Bronzeprofil von zwei Bayerischen L\u00f6wen zu sehen, die das bayerische Wappen mit K\u00f6nigskrone halten, was die Verbundenheit der Pfalz mit Bayern versinnbildlichen soll\u201c.<\/p>\n\n\n\n<p>(Friedrich Barth, Ruchheim gestern und heute, 2. A. 1986, S. 53).<\/p>\n\n\n\n<p>Maxdorf hatte sich wohl an diesem Denkmal orientiert, aber dieses erst 1902 errichtet (durch Gesetz war den Gemeinden bereits 1890 die Befugnis zur Errichtung von Denkm\u00e4lern \u00fcbertragen worden).<\/p>\n\n\n\n<p>Im Gegensatz zu dem Denkmal in Ruchheim verzichtete Maxdorf auf einen Hinweis auf den siegreichen Ausgang der Kriege 1866 und 1870\/71, sondern w\u00e4hlte den Spruch &#8222;Zur Ehre Deutschlands&#8220; (nicht Bayern\u2019s!).<\/p>\n\n\n\n<p>Das Maxdorfer Denkmal ist schlichter: es fehlen der \u00fcberm\u00e4chtige preu\u00dfische Adler an der Spitze und das bayerische Wappen aus Bronze. In Maxdorf wurde das bayerische Wappen, gehalten von zwei L\u00f6wen, in den Granit eingearbeitet, darunter gekreuzt ein Schwert und ein Palmzweig.<\/p>\n\n\n\n<p>Das Wappen des K\u00f6nigreichs Bayern zeigt die K\u00f6nigskrone, gehalten von den bayerischen (pf\u00e4lzischen) L\u00f6wen, und die Abzeichen der bayerischen &#8222;St\u00e4mme&#8220; Pfalz, Franken, Schwaben und Altbayern. Im Herzschild sind die bayerischen Rauten zu sehen.<\/p>\n\n\n\n<p>W\u00e4hrend in Ruchheim der Wahlspruch des K\u00f6nigreichs Bayern &#8222;In Treue fest&#8220; (1805 &#8211; 1918) gew\u00e4hlt wurde, war es in Maxdorf wohl die B\u00fcste des damaligen bayerischen K\u00f6nigs und Namensgebers von Maxdorf, Max I. Joseph, was die Zugeh\u00f6rigkeit zu Bayern demonstrieren sollte.<\/p>\n\n\n\n<p>Wann und warum die B\u00fcste in Maxdorf entfernt wurde, bleibt im Dunkel der Geschichte. Heute befindet sich auf der Spitze ein Eisernes Kreuz aus Granit.<\/p>\n\n\n\n<p>Das Eiserne Kreuz war eine Kriegsauszeichnung f\u00fcr alle Dienstgrade und 1870 durch den preu\u00dfischen K\u00f6nig Wilhelm I. f\u00fcr die Dauer des deutsch-franz\u00f6sischen Krieges erneuert.&nbsp; Es hatte sich bis 1945 als Auszeichnung f\u00fcr alle Dienstgrade erhalten.<\/p>\n\n\n\n<p>Nach dem Krieg 1870\/71 fanden in ganz Deutschland Friedensfeste statt. In Maxdorf wurde dieser Festtag am 04. M\u00e4rz 1871 gefeiert. Auf dem H\u00f6hepunkt des Festes pflanzten die vier \u00e4ltesten B\u00fcrger Maxdorfs auf dem \u201eFreien Platz\u201c, einer zentralen Stelle Maxdorfs, eine \u201eFriedenseiche\u201c.<\/p>\n\n\n\n<p>Im August 1871 kehrten alle Maxdorfer Kriegsteilnehmer unversehrt in ihre Heimat zur\u00fcck. Ebenso unversehrt waren auch die Kriegsteilnehmer 1866 ins Dorf zur\u00fcckgekehrt.<\/p>\n\n\n\n<p>(Nach Walter Sattel, Die Maxdorfer Ortsgeschichte, 2006, S. 154 und 155).<\/p>\n\n\n\n<p>Nicht alle Krieger- und Veteranenvereine in der Pfalz konnten sich ein so aufwendiges Denkmal leisten. Als Ersatz dienten \u201eFriedensb\u00e4ume\u201c (meist Eichen) oder \u201eSiegeslinden\u201c.<\/p>\n\n\n\n<p>Andreas Kohl, Vorstand des Kriegervereins in Maxdorf, hatte sich, obwohl schon eine \u201eFriedenseiche\u201c in Maxdorf gepflanzt war, f\u00fcr das Denkmal stark gemacht. Dabei hatte der Kriegerverein f\u00fcr die Errichtung gro\u00dfe finanzielle Aufwendungen auf sich genommen.<\/p>\n\n\n\n<p>Das Material war aus best\u00e4ndigem Odenw\u00e4lder Granit und stammt wohl aus Rimbach\/Odenwald.<\/p>\n\n\n\n<p>Weil an zentraler Stelle des Ortes schon die \u201eFriedenseiche\u201c stand, wurde auch der Obelisk auf dem Friedensplatz errichtet.<\/p>\n\n\n\n<p>Er dokumentiert alle in den Feldz\u00fcgen von 1866 und 1870\/71 dienenden Maxdorfer B\u00fcrger. Der Obelisk nennt 46 Kriegsteilnehmer, die als bayerische Soldaten verschiedenen Waffengattungen angeh\u00f6rten.<\/p>\n\n\n\n<p>Auch nach den beiden Weltkriegen 1914-18 und 1939-45, diente der Obelisk von 1902 dem Andenken, aber auch der Mahnung. Er ist das d\u00f6rfliche Ged\u00e4chtnis f\u00fcr Leid und Trauer der Vergangenheit.<\/p>\n\n\n\n<p>Bericht und Fotos: Wolfgang Kunz<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Vor dem Haupteingang des Friedhofes in Maxdorf befindet sich ein Kriegerdenkmal zur Erinnerung an die Kriege 1866 und 1870\/71. Es ist ein Obelisk mit einem Eisernen Kreuz an der Spitze, das erst 1902 errichtet wurde. 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