{"id":1072,"date":"2019-11-12T13:31:55","date_gmt":"2019-11-12T11:31:55","guid":{"rendered":"http:\/\/www.maxdorfer-geschichte.de\/?p=1072"},"modified":"2019-11-12T13:31:57","modified_gmt":"2019-11-12T11:31:57","slug":"der-holzhof-die-geburtsstaette-von-maxdorf","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.maxdorfer-geschichte.de\/?p=1072","title":{"rendered":"Der Holzhof, die Geburtsst\u00e4tte von Maxdorf"},"content":{"rendered":"\n<p>Die Saline Philippshall in Bad D\u00fcrkheim ben\u00f6tigte zur\nGewinnung von Salz riesige Mengen an Holz zur Erhitzung der Sole. Dieses Holz\nwurde in den W\u00e4ldern um Neustadt an der Weinstra\u00dfe geschlagen und musste von\ndort nach Bad D\u00fcrkheim transportiert werden.<\/p>\n\n\n\n<p>Das Transportproblem wurde gel\u00f6st, indem man einen\nWassertransportweg aus nat\u00fcrlichen, sowie aus k\u00fcnstlich geschaffenen\nWasserstra\u00dfen schuf. Die Verbindung vom Abzweig des Rehbaches von\nSchifferstadt\/Kohlhof bis zur Einm\u00fcndung in die Isenach bei Lambsheim wurde\n\u00fcber verschiedene Gr\u00e4ben, sowie dem Bau eines neuen Kanals, dem Flo\u00dfbach,\nwelcher bis heute existiert, sichergestellt.<\/p>\n\n\n\n<p>Das dort getriftete Holz musste vom Ufer aus, mit langen\nStangen, best\u00fcckt mit Eisenspitze und Eisenhaken, zum Weitertransport aus dem\nWasser geholt und zwischengelagert werden. An solchen Stellen wurden\nLagerpl\u00e4tze angelegt. So wurde auch ein Lagerplatz an der Br\u00fccke \u00fcber den\nFlo\u00dfbach angelegt. Das Gel\u00e4nde geh\u00f6rte in dieser Zeit zur Gemeinde Lambsheim.<\/p>\n\n\n\n<p>Um das Jahr 1745 lie\u00df die Saline Philippshall, auf dem von\nder Gemeinde Lambsheim gepachteten Gel\u00e4nde, an der Stra\u00dfe von Oggersheim nach\nBad D\u00fcrkheim einen Holzhof anlegen. Das Gel\u00e4nde hatte in etwa die Gr\u00f6\u00dfe von\n12.400 qm und wurde um ein weiteres Grundst\u00fcck s\u00fcdwestlich der heutigen Br\u00fccke\nerweitert. Auf diesem wurde das Haus f\u00fcr den Holzz\u00e4hler errichtet. Das Geb\u00e4ude\nwurde 1746\/47 als zweigeschossiges Wohnhaus aus Ziegelw\u00e4nden gebaut und war\nunterkellert. In beiden Stockwerken gab es jeweils zwei Zimmer und eine K\u00fcche.<\/p>\n\n\n\n<p>Neben dem Haus errichtete man eine Scheune, ein B\u00fcrogeb\u00e4ude\nsowie Stallungen f\u00fcr das Vieh. Ein Pumpbrunnen in der Mitte des Hofes sorgte\nf\u00fcr Frischwasser. Das Wohnhaus wurde gleichzeitig auch als Gasthaus genutzt.<\/p>\n\n\n\n<p>Von der Salinenkommission wurde Claudius Lojet als zust\u00e4ndiger\nHolzwart und Holzz\u00e4hler eingesetzt. Er war damit der erste Anwohner auf dem\nkurf\u00fcrstlichen Holzhof. Er lebte dort ununterbrochen von 1746\/47 bis zu seinem\nTod 1773 mit seiner Familie.<\/p>\n\n\n\n<p>Das \u00fcber den Flo\u00dfkanal angelieferte Holz wurde dann mit\nFuhrwerken zur Saline Philippshall nach Bad D\u00fcrkheim gebracht.<\/p>\n\n\n\n<p>Da der Holzhof eine Art Binnen-Zollstation war, musste der\neingesetzte Holzz\u00e4hler auch die Zollgeb\u00fchren erheben. Die Stra\u00dfe von Oggersheim\nnach Bad D\u00fcrkheim stand kurz vor der Fertigstellung.<\/p>\n\n\n\n<p>Claudius Lojet war deshalb auch gleichzeitig Chausseez\u00f6ller\nund somit auch f\u00fcr die Erhebung der damals \u00fcblichen Geb\u00fchren f\u00fcr die Benutzung\nder Stra\u00dfe zust\u00e4ndig.<\/p>\n\n\n\n<p>Auch den Siebenj\u00e4hrigen Krieg von 1756-1763 musste die\nFamilie \u00fcberstehen. Nachdem Claudius 1772 seinen Beruf aufgab, \u00fcbernahm sein\nSohn Georg Franz von 1772-1790 die Position als Holzverteiler.<\/p>\n\n\n\n<p>Im franz\u00f6sischen Revolutionskrieg 1792-1798 wurden etliche\nGeb\u00e4ude in der Pfalz verw\u00fcstet. So auch der kurf\u00fcrstliche Holzhof. Er ging 1794\nmit all seinen Nebengeb\u00e4uden in Flammen auf.<\/p>\n\n\n\n<p>Georg Franz Lojet lie\u00df sich nach der Zerst\u00f6rung des\nHolzhofes mit seiner Familie in Lambsheim nieder.<\/p>\n\n\n\n<p>Der Holzhof selbst wurde nicht mehr aufgebaut, da er f\u00fcr den\nHolztransport nicht mehr ben\u00f6tigt wurde und das Holz \u00fcber die neue Stra\u00dfe\nschneller und leichter transportiert werden konnte.<\/p>\n\n\n\n<p>Der Sohn von Georg Franz, Johann Stefan Lojet, zog 1816 im\nZug einer im Jahre 1810 beginnenden Neubesiedlung des Holzhofgel\u00e4ndes wieder in\ndas neu entstehende Dorf.<\/p>\n\n\n\n<p>Nach und nach wurde das Areal um den Holzhof in Richtung\nWesten von neuen Siedlern zu Ackerland umgewandelt und besiedelt. Im April 1819\nwar die Ansammlung der H\u00e4user bereits auf 50 gestiegen.<\/p>\n\n\n\n<p>Am 6.Mai 1819 erhielt der neu entstandene Ort, auf Antrag des Gemeinderates Lambsheim, von K\u00f6nig Max I. Josef den Namen Maxdorf.<\/p>\n\n\n\n<p>Mit folgendem Text wurde die Namensgebung Maxdorfs\nbesiegelt:<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eAn die Regierung des Rheinkreises.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Colonie auf dem Holzhof betreffend.<\/p>\n\n\n\n<p>Wir genehmigen eueren gutachterlichen Antrag vom 19. vorigen\nMonats, da\u00df der, in der Gemarkung von Lambsheim, an dem ehemaligen Holzhofe,\nentstehenden Colonie welche bereits 50 Wohnh\u00e4user mit einer Bev\u00f6lkerung von 250\nSeelen z\u00e4hlt, der Name Maxdorf beygelegt werde\u201c.<\/p>\n\n\n\n<p>Von der gesamten Holzhofanlage gibt es keine Reste mehr. Das letzte der beiden Bachh\u00e4user auf diesem Gel\u00e4nde wurde1986 abgerissen.<\/p>\n\n\n\n<p>Zusammengestellt von Ferdinand Fiedler<\/p>\n\n\n\n<p>Quellen: Ortschronik Maxdorf von Walter Sattel<\/p>\n\n\n\n<p>Archiv der Gemeinde Lambsheim<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Saline Philippshall in Bad D\u00fcrkheim ben\u00f6tigte zur Gewinnung von Salz riesige Mengen an Holz zur Erhitzung der Sole. Dieses Holz wurde in den W\u00e4ldern um Neustadt an der Weinstra\u00dfe geschlagen und musste von dort nach Bad D\u00fcrkheim transportiert werden. 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