Rund um Haus und Hof (auch in Maxdorfer Dialekt)

von Ferdinand Fiedler

Die Häuser von Maxdorf waren in den Anfangsjahren nicht sehr groß und wurden im Allgemeinen als

Häuschen ”Haiselscher”

Das Foto zeigt “das letzte der Bachhäuser” von der Holzhofanlage, der Keimzelle von Maxdorf

bezeichnet. Die ersten Häuser waren meist aus ungebrannten Lehmsteinen gebaut. In den Häusern gab es in der Regel keine Keller und auch keine Klosetts.

Die Klosetts nannte man

Plumpsklo “Blums-gloo”

Sie waren meist in der Nähe der Güllegruben. So konnte man die Fäkalien gleich mit auffangen.

Beispiel eines “Blums-gloo’s”

Neben oder hinter dem Haus war in der Regel eine

Scheune “Schajer”

In der Scheune wurden die Fahrzeuge für die Feldarbeit sowie Stroh oder Heu für das Vieh gelagert. Ein Teil der Scheune wurde oftmals auch als Stall für ein Pferd oder vielleicht Ziegen oder Stallhasen genutzt. Kühe waren in Maxdorf eher weniger anzutreffen.

Vor oder neben den Scheunen gab es dann auch einen

Misthaufen “Mischd-haufe”,

auf welchem der Mist und die Fäkalien von Mensch und Tier in der so genannten

Jauchegrube “Puul-loch”

aufgefangen wurden.

Die Jauche, auch “Puul” genannt, wurde mittels Wagen und einem Fass der so genannten

“Puul-lodd”

auf die Felder gefahren um diese damit zu düngen.

Mit Jauche gefüllte “Puul-lodd” auf einem modernen Anhänger

 

“Puul-schebber”

“Puul-Schebber” ohne Stiel

hat man einen Behälter in Eimerform an einem langen Stiel bezeichnet, mit welchem man die Gülle gut dosiert und ganz gezielt im Feld an die Pflanzen bringen konnte.

Immer um Haus und Hof waren dagegen

Hühner “Hing-gle“

anzutreffen. Diese wurden zur Selbstversorgung gehalten.

Da es damals noch keine Möglichkeiten gab, sich Lebensmittel einzufrieren und man für die Wintermonate auch Vorräte benötigte, hat man so ziemlich alles in Gläser eingekocht und dadurch haltbar gemacht. Um diese Vorräte zu lagern hat man unter der Scheune einen kleinen Gewölbekeller gebaut. Dieser war vom Hof aus erreichbar und mit ungefähr 1,5 Meter meistens nicht breiter als die Treppe in den Keller und um die 5 Meter lang. Dort gab es an den Seitenwänden Regale für die Gläser mit den Vorräten.

Der Boden im Keller selber war “gewachsener Boden”, das heißt, er war nicht versiegelt, sondern nur gestampft. Außer Gläsern wurden in den Kellern auch Kartoffeln, Karotten und Rüben gelagert.

Kraut wurde häufig in

Steinguttöpfen “Schdäägud-tebb”

als Sauerkraut eingelegt.

“Schdäägud-Tobb” mit Krauthobel

 

Fleisch gab es eher selten und wurde, wenn überhaupt, nur an Schlachttagen gegessen. Wurst wurde entweder an der Luft getrocknet oder für den Winter ebenfalls eingekocht.

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